Der 30. Ostseeküstenlauf in Kühlungsborn – Barfuss gelaufen

Ich hatte mir das Wochenende vom 14. bis zum 16. September 2012 für einen Besuch an der Ostsee (Graal Müritz) ausgesucht. Wenn man schonmal irgendwo hin fährt, dann sucht man ja auch ob nicht ein Lauf in der Nähe ist und ich wurde dann auch in nicht zu großer Entfernung fündig. Der Ostseeküstenlauf war für den 15. September um 11:30 Uhr angesetzt. Es gab eine 24km Distanz, das passt mir gut in den Kram und noch besser passte die Startzeit – das deutete auf nicht zu große Eile hin. Zwei Wochen später ist Berlin Marathon, da stehen 42 km Barfuss an und da sind 24km eine schöne Übungsstrecke, insbesondere wenn man nicht weiss wie die Strecke beschaffen ist. Von Schotterweg bis Lärchenwald ist quasi alles drin – Überraschungspackung.
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Der 20. Rostocker Citylauf, Halbmarathon – Barfuss gelaufen

Am 13. Mai 2012, einem Sonntag fand dieses Jahr der 20. Rostocker Citylauf statt. Da ich eh über das Wochenende in der Gegend war (in Graal-Müritz, um dort nach dem Rechten zu sehen) meldete ich mich kurzerhand zum Halbmarathon dort kurz vor Meldeschluss an, genauer etwa 20 Minuten vor offiziellem Schluss der Online-Anmeldung. Auch diesen Lauf wollte ich im Rahmen meines Weges zum Barfuss-Marathon in Berlin dieses Jahr ohne Schuhe bestreiten. Die Strecke ist als 3km Rundstrecke dafür überschaubar, so das man sich vorher ansehen kann was einen vom Untergrund her erwartet. Das habe ich dann bei der freitaglichen Startnummernabholung auch gleich einmal gemacht und bin kurzerhand die Strecke abgeschritten.

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Barfuss in Graal-Müritz, der 16. Schneckenlauf

Seit einigen Jahren laufe ich regelmäßig in Graal-Müritz an der Ostsee den dortigen im November stattfindenden Schneckenlauf mit. Der Lauf heißt nicht aufgrund meiner geringen Laufgeschwindigkeit so sondern weil jeder ins Ziel kommende Läufer eine Streuselschnecke bekommt.

Es gibt dabei drei Distanzen zur Auswahl, 2 km, 5km und 10 km, wobei die 10 km als zwei 5 km Runden dargestellt werden. Ich kenne Graal-Müritz und Umgebung von zahlreichen Läufen im Urlaub recht gut und dachte mir, wenn ich schon regelmäßig am Barfusslaufen arbeite warum nicht auch beim Schneckenlauf.

Dagegen spricht in gewissem Rahmen die Jahreszeit zu welcher der Lauf stattfindet. Ich kann mich schon an Jahre mit ein wenig Schnee und Temperaturen deutlich an der Null-Grad Grenze erinnern. Dieses Jahr allerdings war strahlender Sonnenschein und morgendliche Temperaturen um die 6 Grad bei nahe der See natürlich hoher Feuchte. Mit anderen Worten, am Morgen eher kalt. Nun gut, nach Dresden und Bonn bin ich ja temperaturmäßig schon auf so einiges eingestellt und diese sollte auch hier nicht zum Problem werden.

Graal Müritz an einem Novembermorgen

Ich hatte neben meiner Familie noch eine Freundin meiner Tochter dabei, welche sich spontan entschlossen hatte die 2km Strecke mitzulaufen. Insofern gingen wird dann nach einem frühen Frühstück um kurz nach 9 erst einmal die Startnummer holen und die junge Dame anmelden, ich hatte bereits per Internet gemeldet und musste lediglich meine Startnummer holen und das Startgeld bezahlen.

Startnummer mit Startkarte

Schön finde ich, das Teilnehmer für die 2km Strecke keine Startgebühr bezahlen müssen und trotzdem danach eine Streuselschnecke bekommen. Dafür gibt es für diese Teilnehmer keine Startnummern, dafür kleine Startkarten, die im Ziel abgegeben werden müssen – in Graal Müritz wird nämlich noch richtig old-fashioned mit der Hand gestoppt und ausgewertet. Für die 5km und 10km Läufe gibt es Startnummern, das Auswertungsprinzip ist allerdings das gleiche.

Start des 2km Laufes

Auch heute sollte wieder das vorherige Warmhalten des Laufgerätes mit Schlappen praktiziert werden, das hatte sich ja in Bonn und Dresden bereits gut bewährt.

Eine Minute vor dem für 11 Uhr geplanten Startschuss wanderten die Schlappen in die Taschen und los gehts nach dem Startsignal. In etwa 200 Teilnehmer setzen sich in Bewegung, es ist auf den ersten Metern doch deutlich voll und die Wege sind erstmal eng. Das ein oder andere Boden-blind gelaufene Überholmanöver wird nötig, um einigermaßen Tempo drauf zu bekommen. Klar wird, das wenn man hier schnell laufen will, muss man sich nach vorne stellen (was aber an diesem Tag sicher nicht mein Ziel war).

Die ersten Meter des Laufes gehen über den Sportplatz des Wald-Stadions in Graal-Müritz, dann über die Parkwege vor dessen (neu erbauten !) Parkplatzes und dann am Stadion entlang in den Küstenwald. Spätestens ab dem Parkweg im Küstenwald war klar, das dies eine eher steinige Angelegenheit werden wird. Viele kleine bis größere Steinchen, unter frisch gefallenem und diese effektiv verbergendem Blattwerk gelagert machen diesen Teil der Strecke zu einer klaren Ansage für bereits erfahrenere Barfuss-Läufer (ich war an diesem Tage erwartungsgemäß der Einzige).

Lauf nähe Stadion

Weiter geht es an der Uferpromenade über den Ostseeküsten-Radweg in Richtung Campingplatz, wessen Zuwegung den Füßen mit sehr grobem Asphalt etwas zu bieten hat. Dann geht es durch den Campingplatz auf die andere Seite, durch ein Drängelgitter (was ich jedes Jahr nervig finde, denn da muss man sich irgendwie durchschwingen, um nicht komplett zum Stillstand zu kommen). Auf ein wenig Asphalt geht es dann in Richtung der vorgelagerten Brücke über den Stromgraben, hier ist der Untergrund simpel gesagt scheusslich, Betonreste, Steine jeder Größe dafür aber mit nicht ganz so viel Blattwerk verdeckt. Über den Parkplatz vor dem Waldhotel geht es zum und in den Rhododendronpark – hier leichter Boden, man könnte auch das Gras daneben nehmen – ich bleibe auf dem Parkweg. Raus aus dem Rhododendronpark quasi wieder auf die Strecke welche einen in Richtung Campingplatz brachte. Blattwerk, Steinchen, eben noch einmal. Die Runde führt dann durch das Stadion und wenn man die 10km läuft, dann läuft man das obige einfach noch einmal.

Biegt man dann nach der zweiten Runde in die Zielgasse ein wird die Startkarte abgegeben und man bekommt einen Gutschein für die Streuselschnecke.

Im Ziel

Die Füße haben es gut überstanden, sind allerdings mächtig dreckig und ein wenig kalt. Da kommt es gerade recht, das es bei diesem Lauf in der Stadion-Gastronomie leckeren Glühwein für 1.5€ den Becher gibt und das auch noch von einem bekannten Gesicht, so macht Laufen Spaß ! Die Steuselschnecke wird erst einmal pflichtgemäß verzehrt, gehört sich so.

Dreckige Füße im Ziel

Schaut man sich dann die Laufergebnisse an stellt man fest, das es die meisten dort sehr eilig haben und das alles sehr ernst nehmen. Ich werde 9. von 12 meiner AK, das ist eher weit hinten für einen 5er Schnitt. Hätte man hier mit deutlich mehr Tempo laufen wollen, so wären Schuhe definitiv notwenig gewesen. Huaraches hätten es getan, damit kann man dann auch einen 4er Schnitt laufen und vorne mitspielen wenn man das will. Barfuss auf dem Untergrund hätte ich deutlich mehr Tempo eher nicht laufen wollen bei der limitierten Erfahrung meiner Füße.

Schöner Lauf, nächstes Jahr sicher wieder. Ob wieder Barfuss – mal gucken, ist nicht ideal dafür. Aber wer Barfuss läuft darf sich über die Strecke auch nicht beschweren.

Der schönste Kommentar unterwegs heute war von einem Jungen, “Mama, Mama, mit Barfuss gildet doch nicht!”. Tut es doch mein Junge, steht in den Regeln des DLV welche auch diesem Lauf zu Grunde liegen.

Danach ging es erstmal in den örtlichen Fischdealer und zum Mittag gab es dann grüne Heringe gebraten, 2 Stück für 3€, kann man eigentlich nix sagen – hab ich erstmal 4 draus gemacht (Heringe natürlich).

Grüne Heringe gebraten

Die Strecke des Schneckenlaufes:

Barfuss Laufen im Wettkampf – 30. Küstenwaldlauf

Ich verbrachte Ostern an der Ostsee und im Rahmen meiner Aktivitäten im Bereich des Barfuss-Laufens entschied ich mich meine eigentlich erst für Juli geplante Barfuss-Teilnahme an einem Wettkampf ein wenig vorzuziehen.

Nach kurzer Suche fand ich den Küstenwaldlauf in Warnemünde welcher mir mit einer Distanz von 10km gerade in die Vorbereitung passte. Gerade einmal 2 Wochen nach meiner Teilnahme am Vienna City Marathon liess sich so eine Strecke auch verantworten.

Gedacht, gemacht – Anmeldung raus. Das Startgeld von völlig im Rahmen befindlichen 7 € überwiesen. Der 30.4. mit dem Lauf konnte kommen – aber halt, hmm, sind meine Füße und ich denn auch wirklich bereit 10 km Barfuss im Wettkampf zu laufen – wie sieht der Untergrund aus, sind da fiese Schotterstrecken oder gar schlimmeres Teil des Laufs ?

Nach kurzem Schauen auf die Webseite entschied ich mich vor Ort einfach nachzusehen und bin hingefahren, um die Strecke Barfuss im Voraus mal abgelaufen.Wie sich dabei herausstellte geht es die ersten ca. 500m über schlechten Asphalt, dann ca. 3 km über die Uferpromenade (rauhe Fliesen) und dann in zwei Runden über ca. 2.4km einen Sandweg mit Schotter und Asphalt- bzw. Pflaster resten entlang und dann noch einmal 1km über einen asphaltierten Radweg+Pflastersteine. Ich bin das dann alles zum ausprobieren mit gemütlichen 5:45er Schnitt entlanggelaufen. Am Ende waren die Füße noch ganz und die Menge Reiz hielt sich in Grenzen. Der Asphalt-Teil hat sogar richtig Spaß gemacht, da habe ich mal probiert ein wenig Gas zu geben. Es gab eine Menge merkwürdige Blicke und erstaunte Kommentare der Passanten aber das bin ich mittlerweile gewöhnt, ehrt sogar irgendwie.

Der Tag des Rennens konnte also kommen. Am Morgen des 30.4. habe ich mich dann gegen 09:00 Uhr aus Graal-Müritz auf den Weg gemacht – mit dem Auto durch den Warnowtunnel und dann zum Sportplatz auf dem der Start stattfand. Es gab hervorragend organisierte Parkflächen und auch ausreichende und saubere Sanitäre Anlagen. Hier ein großes Lob an die Organisation. Nach dem Einsammeln der Startnummer nebst eingebautem Transponder (meine war die 1213) ging ich dann gegen 10:15 Uhr in Richtung des Startplatzes. Dort stellte ich mich im hinteren Bereich des Feldes an, denn mein Ziel war die Barfuss-Erfahrung nicht die Zielzeit. Im Startfeld kamen mir einige andere Läufer durchaus bekannt vor, das kann am Schneckenlauf oder der Rostocker Marathon Nacht gelegen haben an dem ich in der Umgebung auch schon teilgenommen habe.

Nach dem nicht zu hörenden Startschuss (plötzlich liefen alle los, gut ich dann auch) ging es also auf die Piste. Größte Obacht galt neben dem obligatorischen Blick auf den Boden und dem Ausweichen aller Hindernisse dem Umstand das mir möglichst keiner auf die nackten Füße treten sollte.

Jörn im Starterfeld

Im engen Starterfeld, Bild: sprintefix.de

Nach den ersten 500m kam das Feld dann auf der Uferpromenade an wo ausreichend Platz herrschte und es begann sich zu entzerren. Nach weiteren ca. 800m in verhaltenem Tempo fing ich langsam an meinen Füßen und Fähigkeiten zu vertrauen und begann die Geschwindigkeit anzuziehen, eher automatisch als geplant.

Auf der Uferpromenade

Auf der Uferpromenade, Bild foto-eye.de

Auf den letzten gut 1000m ging ich mit dem Tempo sogar deutlich hoch, so das ich da mit einem unter 5er Schnitt durch die Gegend rannte und das barfuss auf Asphalt. Ins Ziel kam ich dann mit knapp 51:30, was keine gute Zeit für 10km ist aber wie ich finde eine gute Zeit für den ersten Wettkampf mit “ohne Schuhe” ist.

Jörn Im Ziel des Küstenwaldlaufs

Im Ziel nach 51:30 bei 10km. Bild: foto-eye.de

Auch während des Laufs gab es von anderen Teilnehmern und auch von Zuschauern positives Feedback und erstaunte Kommentare. Bei diesem Lauf war ich der einzige ohne Schuhe, ich denke mal es wird in Zukunft mehr von uns geben :)

Als Fallout gab es zwei Tage Wadenschmerzen (lies: Muskelkater) und ein wenig geknechtete Fersen, offenbar muss ich bei höherer Geschwindigkeit noch an der Sauberkeit des Laufstils arbeiten.

Fazit: Hat jede Menge Spaß gemacht und war mit Sicherheit nicht das letzte Mal mit “ohne”. Es dauert einige Zeit, bis man in die Stabilität und Reiztoleranz der nackten Füße wirklich akzeptiert und sich traut ein wenig schneller an sowas heran zu gehen.

Weiterhin muss ich natürlich drauf aufpassen nicht dem TMTS (Too Much Too Soon – zu viel zu früh) zu verfallen, sonst passiert es wie nach dem Berlin Marathon letztes Jahr und dem viel zu aggressiven rangehen an das Thema Minimal-Schuhe.

Barfuss in Wien

Wie neulich angekündigt verbrachte ich das Wochenende des 17. April 2011 in Wien, um den dortigen Marathon zu laufen. Für mich kam der Lauf der Länge wegen leider nur mit Schuhen in Frage, er hat aber auch so eine Menge Spaß gemacht und eine persönliche Bestzeit ist dabei auch rausgekommen, obwohl ich es eigentlich gar nicht darauf angelegt habe.

Im Rahmen der Umstellung auf das Barfuss-Laufen habe ich aber die Reise eben mit “ohne Schuhe” angetreten. Ins Gepäck kamen nur die Laufschuhe und – was sich dann später als sinnvoll erwies – ein paar Five-Fingers, quasi als Notfalltreter.

Der Weg nach Wien, also Taxi zum Flughafen, Flughafen, Flug mit Air Berlin, Taxi zum Hotel und Einchecken nebst Einzug ins Hotel verlief störungsfrei und unbeschuht mit großem Spaß. Es gab ein paar komische Kommentare auf dem Wiener Flughafen von Passanten aber sonst nichts ungewöhnliches. Ich genoss die Freiheit ziemlich definitiv.

Ein Spaziergang durch das abendliche Wien, Dritter Bezirk einmal um den Stadtpark war interessant und eindrucksvoll. Insbesondere einige kleine quasi imitierte Hunde in den deutlich grünen Grasbereichen der Umgebung haben es mir besonders angetan. Dort wird darauf hingewiesen, das es bis zu 36€ kostet wenn man den Dreck des Hundes nicht wegräumt. Finde ich eine gute Idee, sollte man in Berlin auch einführen. Habe auch keinen Hundemist an irgendwelcher Stelle gesehen auf meiner guten Stunde des abendlichen rumlaufens (und auch an den folgenden Tagen nicht).

Hundefigur mit Preisschild

Anti Hundekot-Figur in Wien

Was ich nicht so gut fand das waren die Wiener Baustellenabdeckungen. Diese stellen durch ihre Oberflächenbeschaffenheit eher eine Gefahr für Fußsohlen dar, sofern man nicht weis wie man seine Füße vernünftig auf so etwas aufsetzt. Könnte den ein oder anderen Splitter geben.

Holzabdeckung für Baustellen

Gefahr für die Fußsohlen

Für den Abend entschlossen wir uns, das Restaurant des Hilton-Hotels aufzusuchen in welchem wir wohnten. Kurz nach dem dort hinsetzen kam dann der “Restaurant Supervisor” auf mich zu und bat mich, Schuhe anzuziehen. Nun gut, ich hätte mir ja denken können das insbesondere in einem amerikanischen Hotelrestaurant damit zu rechnen ist – insofern habe ich keinen Widerstand geleistet und meine Five Fingers geholt und (halb) angezogen. Essen und Wein waren gut. Nach dem Verlassen des Restaurants war natürlich auch wieder Schluss mit dem Schuh-Unfug. Was ich aber bei diesem Ausflug in die beschuhte Welt erfahren durfte war, das ich in meine FiveFingers nicht mehr reinpasse fusstechnisch. Insbesondere am Spann sind sie einfach zu eng geworden und es ist unangenehm sie zu tragen. Da sich die Schuhe wohl nicht verändert haben müssen das wohl die Füsse in den letzten Wochen getan haben. Vermutlich haben die sich einfach ein wenig höher und breiter gemacht als ihnen früher durch die Einschränkungen der Schuhe möglich war. Alternativ bin ich einfach nur das Gefühl nicht mehr gewöhnt, wer weis.

Am nächsten Tag war das Routine-Programm für mir unbekannte Laufveranstaltungen angesagt, Startnummer abholen gehen und mal gucken was die Messe so zu bieten hat. Anfahren des Startbereiches, um rauszufinden wie man hin- und wieder wegkommt und wie lange das dauert, Fahrkarte für die Öffis auftreiben etc. Also gesagt, getan. Ab in die S-Bahn zum Praterstern und da umsteigen in die U1. Aber hey, Prater – da ist doch das Riesenrad. Das muss man sich dann ja doch mal genauer ansehen.

Prater Riesenrad

Prater Riesenrad

Das alles natürlich ohne Schuhe. War ja immerhin nicht in einem amerikanischen Restaurant sondern auf öffentlichem Straßenland, da ist das sicher nicht unerwünscht. War es auch nicht, hat sich niemand beschwert und die Straßen in Wien sind eher sauberer als in Berlin, also gab es nur graue und nicht Schwarze Sohlen!

Auf der Marathon-Messe mit Startnummernabholung habe ich mich dann über die Messestände der Barfuss-Laufschuh Fraktion amüsiert. Es gab derer mindestens drei, wobei die Blicke auf den ohne Schuhe dann doch eher skeptisch waren. Leute, ich lebe das was Ihr in Pseudo-Form propagiert. Macht mehr Spaß, sollte ich mir vielleicht einfach als T-Shirt drucken lassen.

Startnummer geholt und dann ab in Richtung Startgebiet.

Das Startgebiet lag in der UN-City, direkt vorm UN Gebäude. Man war dort gerade dabei, die Toiletten für den morgigen Tag aufzubauen – wie immer viel zu wenige. Ich glaube es gibt keine Laufveranstaltung die davon genug hat. Positiv muss man anmerken, das es immerhin jeden Kilometer ein K2000 (mobiles Toilettenhäuschen) gab, das gibt es nicht überall. Das war löblich. Die 5 Stück bei Kilometer eins waren allerdings gegen die Menge Menschen die Bäume nutzten deutlich machtlos.

Vor dem UN-Gebäude nutzte ich die Gelegenheit für ein Bildchen mit Selbstauslöser. Sieht zwar ein wenig nappelig aus, aber was solls. In den Beintaschen der Hose hatte ich übrigens für möglicherweise auftretenden Widerstand die FiveFingers gepackt. Hätte zwar weh getan aber wäre der Ausweg gewesen. Man weis ja nie.

Jörn vor dem UN Gebäude

Vor dem UN Gebäude

Das Ziel des Wiener Marathons ist auf dem Heldenplatz. Gleich daneben ist das Österreichische Kanzleramt, daneben habe ich es mir dann mal bequem auf einer Bank gemacht und die Sonne genossen. Hier gibt es auch ein Bildchen.

Jörn vor dem Wiener Kanzleramt

Neben dem Wiener Kanzleramt

Danach ging es an den Stephansplatz, mal durch die Fußgängerzone latschen. Hier und da ein paar Kommentare aber keine Probleme. Später habe ich dann noch mit meiner Frau eine Tour im Fiaker unternommen. Der Kutscher ist spannenderweise auch Marathon-Läufer gewesen und hat auf die ein oder andere Besonderheit des Wiener Laufes hingewiesen. In einem Punkt irrte er sich aber wie ich später hören sollte. Ich frage inwiefern der Wien Marathon denn auch eine blaue Linie hätte. Er entgegnete das die erst in der Nacht vor dem Lauf gemalt würde – es gab aber keine. Meine Frau hörte am nächsten Tag im Fernsehen, das es in Wien keine blaue Linie mehr gibt weil man die nach dem Lauf nicht mehr wegbekommt. Ok, verlaufen konnte man sich auch nicht wirklich trotz der Abwesenheit der Linie.

Der nächste Tag war dann vom Lauf geprägt und wurde dann nach dem Lauf in Ruhe begangen. Es gab keine wirklichen körperlichen Schäden und eine gute Erfahrung bei Traumwetter. Recht erfreut war ich über einen Barfuss-Läufer den ich bei ca. km 15 erblickte. Er war deutlich schneller als ich unterwegs und ich habe gar nicht versucht, ihn einzuholen und zu schauen ob er zur Staffel gehörte oder so den ganzen durch lief. Zwischensprints verkneife ich mir bei der Distanz eher.

Mein Paar Laufschuhe hauchte allerdings auf den letzten ca. 6 Kilometern sein Leben wohl endgültig aus und gab dann doch einige (temporäre) Schmerzen am Rechten großen Zeh da sich dort eine unangenehme Kante bildete (Es blieb aber bei den Schmerzen, keine Blasen oder sowas – viel Hornhaut hat Vorteile). Die Schuhe wurden zu Hause dann (nach gut 800 km Laufleistung) ausgemustert und durch ein gleiches, neues Paar ersetzt. Socken gab es übrigens auch beim Marathon nicht, wozu auch – Unnötiges Gewicht.

Laufbild KM 31

Laufbild KM 31, (C) Brightroom

Der darauf folgende Montag war der Tag der Rückreise. Taxi zum Flughafen, Flughafen, Cafe und Mittagessen verliefen ohne Schuhe und Störungen. Beim Einstieg in den Air Berlin Flieger gab es allerdings einen Aufstand des (an der Kabinentür stehenden) Flugkapitäns, der der Auffassung war das man bei ihm nur mit Schuhen mitfliegen dürfte. Nun gut, deren Flieger deren Regeln – auch wenn die jeder Flugkapitän anscheinend anders sieht. Also Fivefingers gezeigt (aber nicht angezogen) und unter die Füße gestellt. Ruhe war. Beim Ausstieg waren sie dann schon wieder im Rucksack. Rest wieder störungsfrei.

Nun ja, die Moral von der Geschichte: Es gibt ab und zu (wenn auch unbegründeten) Widerstand gegen freie Füße. Für solche Fälle sollte man einfach entsprechendes Gerät griffbereit haben (FlipFlops, Sandalen, Fivefingers o.ä.). Jeder kann auf seinem Grund und Boden Regeln festlegen, die zu beachten sind. Man suche sich die Stellen aus wo die Regeln nicht existent oder kompatibel sind. Es gibt im Regelfall Alternativen.

Die Diskussion ob in den Beförderungsbedingungen von Air Berlin Schuhe vorgeschrieben sind kann man sicher führen, aber sie ist am Ende fruchtlos. Man will Spaß haben und nicht Lebenszeit mit dem Missionieren verlieren.

Mir hat der Trip auch so Spaß gemacht :) Und statt der nicht mehr passenden FiveFingers stecke ich nunmehr meine Huaraches (Sandalen) ein. Nehmen auch wenig Platz weg und sind sogar noch ein wenig freier.

Jörns Huaraches

Huaraches

Man kann damit sogar gut rennen gehen, macht aber nicht so viel Spaß wie Barfuss. Dafür kommt man mit deutlich weniger Reiz über Schotter und ähnliche Untergründe.

Vorgestern habe ich mich dann mal an der Ostsee auf dem Uferweg in Graal-Müritz 12 km Barfuss-Rennend am Stück bewegt auf Pflaster, Asphalt und etlichen Kilometern Sand/Schottergemisch. Gab ein wenig gereizte Fusshaut aber ging, daran muss ich wohl noch trainieren. Es gab etliche verwunderte Passanten und einen Kommentar einer Person die ich auf dem Hin- und dem Rückweg passierte, “Ja hat der denn immer noch keine Blasen unter den Füssen?”. Nein, gab keine!

Nach dem Stand der Dinge wird der erste Barfuss-Lauf bei einer offiziellen Veranstaltung nunmehr der Küstenwaldlauf am 30.4. in Warnemünde werden. Zwar nur 10km und ich fahre nicht dafür hin, möglichst schnell zu Laufen sondern nur des Spasses wegen, das mal Barfuss zu machen.

Frohes Karnickel Euch allen.