Irrsinn des Alltags

Aus der ehelichen Realität, nach dem Ende des Beischlafgebots:

“Hast Du die Katze rausgelassen?”

“Du meinst ob ich diese wiederliche Kreatur dem Fegefeuer übergeben haben- oder aber einfach nur rausgelassen habe?”

“Nein, ob Du die Katze rausgelassen hast?”

“Du meinst ob ich diese jämmerlich dämliche Kreatur den Fegefeuern des vielleicht existierenden Herreen übergeben habe ? Nein, ich habe sie einfach nur rausgelassen”.

“Ich wollte nur sicher stellten das sie nicht über Nacht drin bleibt und Dich dann weckt, denn das macht sie ja wenn sie nicht raus geht”.

“Sei sicher das dieses dämliche Vieh einfach nur rausgeflogen ist, sie kann dann morgen wie immer versuchen das Silikon aus den Fugen zu fressen.”

“Aber das macht sie doch nie. Die ist doch sooo süß (**schnurr**) ”

“Ja klar, immer doch”

“Wo ist denn die Katze ?”

“Die ist draußen”

“Aber die hat doch noch gar nichts gefressen!”

“Nicht wirklich, außer ungefähr 200g totes Tier + Pottasche”

“Die ist so lieb”

“Ja, genau”

 

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Verdammter Heisenberg oder warum wir uns selbst wahnsinnig machen

Der liebe Heisenberg hat mal im Rahmen der Unschärferelation festgestellt, das je genauer man wo hin guckt, desto mehr verfälscht man das Ergebnis.

Das ist nun nicht nur in der subatomaren Welt wahr sondern wie sich immer deutlicher zeigt auch in der greifbaren Welt ein immer größer werdendes Problem dessen man irgendwie Herr werden muss.

Mit immer größerer Schlagzahl wird über die sich verändernden Börsenkurse in jedem Auf und insbesondere Ab berichtet. Jedes mehr Berichten steigert die Fieber-Kurve der Anleger und verändert damit das Ergebnis. Je mehr man die Panik an den Aktienmärkten herbeischreibt, desto mehr bringt man sie auch zur Realität.

Je mehr man über die Krawalle in UK berichtet hat, desto mehr haben sie sich ausgebreitet – desto mehr kamen sie von ihrem vermutlichen – wie auch immer gearteten – Ursprung zu einem selbstlaufenden System an dessen Ende vermutlich viele gar nicht mehr wussten warum da Bürgerkrieg gespielt wurde.

Umso deutlicher man über brennende Autos in Berlin berichtet, desto mehr Leute sagen sich das ist cool, da spiele ich mit – die Grundbedürfnisse des Menschen sind meist befriedigt, es gibt Essen, (mehr oder minder realen) Sex und Häme über den Nachbarn – da kann ein wenig Nervenkitzel beim Autoanzünden nicht schaden. Wenn das dann nicht auf der Linie derer ist, die sich das mal als politische oder terroristische Demonstration ausgedacht haben macht das auch nichts, Hauptsache Spaß.

In Norwegen hat man einem Täter sogar eine Bühne geboten in dem man über dessen verzerrte und abartige Realität mehr berichtete als über die Qaulen und das Grauen der Opfer – falsche Welt. Auch hier hat man durch an der falschen Stelle permanent hingucken und laut herausschreien viel mehr kaputt gemacht als bewirkt, hoffentlich finden sich keine Nachahmer, die auch eine solche Bühne wollen.

Je mehr Panik man um die Währung und die Staaten des Mittelmeers macht, desto schlimmer wird der Druck den man in der Bevölkerung aufbaut irgend etwas zu tun, des Tuns wegen und nur um die Nachrichten mit Gegennachrichten zu fluten. Feuer mit Feuer bekämpfen geht eben auch nur in begrenztem Rahmen. Ist quasi wie Ruby gegen Java tauschen.

Ehrlich gesagt fände ich es ganz nett wenn wir mal was täten, um die Fieberkurve abzusenken.

Irgendwie ist es allerdings mit Nachrichten genauso wie mit Spam. wenn keiner etwas kaufen täte, gäbe es diesen nicht.

 

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Spaß mit schlechter Software – warum ich Angst vor Frameworks und MIddleware habe

Neulich hatte ich ein Gespräch mit einigen Leuten aus einem Startup, es ging im wesentlichen um die Frage des Einsatzes kommerzieller Middleware versus der Selbstentwicklung eines Message-Queueing Systems in einem speziellen Fall.

Dabei wäre es durchaus möglich gewesen mit komplexen Modellen das gewissermassen zu modellieren und bei der abzählbar endlichen Anzahl Transaktionen pro Sekunde hätte man dabei auch noch mit Hardware nach einem Problem werfen können (wenn das auch teuer geworden wäre da pro CPU Core lizensiert wurde).

Heute dann in einem komplett abgesetzten Fall der Schock der Realität. Eine Banking-Software in der Version Business 5.0 in ihrem ersten Start hatte eine 90 MB Datenbank zu bearbeiten. Zwischen Client und Server lag ein Gigabit Lan, allerdings mit NAT und Firewall. Nach einem Start der Software und den aufkommenden Zweifeln nach 30 Minuten Wartezeit schaute ich mittels Windows Process Monitor mal nach was da passierte. Da passierte genau das wenn man Menschen ohne Verstand für das was darunter passiert an Frameworks/Middleware lässt. Es wurde eine Datei gelesen, 90 MB gross. Immer in 240 Byte Schritten, was auch immer diese Blocksize bedeutete – aber es wurden immer 64KB gelesen ab den 240 Byte increment.

Das ist irgendwie cool, man hat also aus 90 MB Daten die man lesen wollte über das arme Netzwerk einfach mal 90.000.000 / 240 = 375000 Leseereignisse gemacht. Tut nicht weiter weh, wenn man natürlich immer 64 KB liest und das immer über das Netz dann liest man einfach mal eben 375000x64KB = 24.576.000.000 = 24 GB !

Bei den 6 MByte/Sec die über das Netz vom Server kamen über Nat/Firewall und Soße und scharf dauert der Start der Software dann mal eben 1.5h. Gut gemacht die die verstanden haben was sie da tun und was für ein Read kommt wenn man mal 240 Byte von der Datei über eine Windows-Share liesst. Grandios.

Daher habe ich Angst vor Frameworks, Middleware und Programmieren die nicht verstehen was passiert wenn man etwas tut. Vermutlich bin ich damit aber fast alleine.

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Merkwürdige Kommentare zum Barfuss-Laufen

Heute gab es bei mir mal einen Lauf sehr früh, deutlich vor 0900, eigentlich keine Laufzeit für mich. Dachte eigentlich ich sei beim Zahnarzt um diese Zeit. Nun gut, das war so nicht sondern das kam erst um 1800 – auch Barfuss, hat aber nur halb so viel Spaß gemacht und vom Zahnarzt der das von mir schon kennt gab es auch keinen Kommentar – nur Fachsimpelei um Investments in der Dentalbranche. Egal!

Auf dem Rückweg von meiner 13km Hausrunde auf größtenteils fiesem Schotter die auch nicht wirklich weh taten kam mir dann diese Frau auf dem Fahrrad entgegen. Typische Torkel-Radlerin mit Handicap. Handicap war bunter Hund an Leine an Fahrrad, auch Synonym für armes Tier mit Rennen ohne Pause.

Beim Entgegenkommen kam dann die Ansprache: “Schau mal, der läuft Barfuss. Das ist doch nicht gesund!”.

Hmm. das war die Ansprache an den Hund. Kam kein Kommentar von Hund zurück, verwunderlich eigentlich.

Immer noch besser als der vom Freund der einen Nachbarstochter: “Voll krank, der hat keine Schuhe an!”

Weiß nicht wer mir sympathischer ist. Denke mal der Hund hat Chancen.

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Ärger mit SSDs – Badblocks und Konsorten

Da denkt man, das mit dem Einsatz von SSD das Leben im Bereich der großen schnellen Storage-Systeme ein wenig besser wird. Ja, das Zeugs hat noch seine Haken und Ösen und wird im Laufe der Zeit langsamer und verliert vielleicht auch Platz aber das es nicht einmal ein Jahr im Einsatz bereits böse verreckt, das hätte ich nicht gedacht.

Vor ca. 8 Monaten verbaute ich in einem mit geringem Schreibzugriff genutzten System eine 30 GB SSD der Firma Super Talent (STT_FTM32GX25H) als System-”Festplatte”. Darauf lief ein braves Centos bis vor einigen Tagen.

Während ich auf dem System (irrwitzigerweise zum Backup machen) eingeloggt war ging die Welt unter. Das Backup (auf ein iscsi-network device, also nicht auf die SSD) failte mit der Nicht-Lesbarkeit von Dateien. In den dmesg-Ausgaben taucht die Meldung auf, das das Root-Filesystem auf Read-Only ging und de-fakto ging die Welt der Maschine unter.

Nun gut, aktive Dienste auf ein anderes System umgeschaltet und einen Reboot inittiert der dann schon zeigte das eigentlich nichts mehr gehen wird – das Root-Filesystem konnte nicht gemounted werden. Ok, Rescue System gebootet und nachgeschaut, fsck sagt es geht nichts mehr, abgebrochen und den Datenbestand aufgegeben.

In einem Testsystem dann die SSD mal ein wenig getestet, und was durfte ich da sehen – Dinge die man eigentlich nicht glaubt, man würde davon ausgehen, das diese durch die SSD von selbst beseitigt werden.

root@sysresccd /root % badblocks -f -w /dev/sda
/dev/sda is apparently in use by the system; badblocks forced anyway.
3546048
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3546050
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Das ging dann noch einige Zeit so weiter. Spannend sind dabei die 4k Blöcke, d.h. 8×512 Bytes am Stück waren kaputt. Warum ist das so ?

Nun gut, was kaputt ist, das ist halt kaputt und man probiert damit andere Dinge. Also das gleiche Kommando noch einmal und nun kam das echte Staunen:

root@sysresccd /root % badblocks -f -w /dev/sda
/dev/sda is apparently in use by the system; badblocks forced anyway.
3969808
3969809
3969810
3969811
3969812
3969813
3969814
3969815
5012672
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5012678
5012679

Mehr davon ?? Sehr spannend. Viele und vor allem: ANDERE !! Die Bad-Blocks haben also ihre Location verändert bzw. bei dem was auch immer die SSD da so veranstaltet hat sind es mehr bzw. andere geworden. Natürlich konnte ich es danach dann nicht mehr lassen:


root@sysresccd /root % badblocks -s -v -f -w /dev/sda
/dev/sda is apparently in use by the system; badblocks forced anyway.
Checking for bad blocks in read-write mode
From block 0 to 31266647
Testing with pattern 0xaa: done
Reading and comparing: done
Testing with pattern 0x55: done
Reading and comparing: 202816% done, 16:20 elapsed
202817
202818
202819
202820
202821
202822

Es wurden wieder mehr und andere. Nach einigen Läufen dann aber wiederholbar, auch nach dem Ein- und Ausschalten:


root@sysresccd /root % badblocks -s -v -f -w /dev/sda
/dev/sda is apparently in use by the system; badblocks forced anyway.
Checking for bad blocks in read-write mode
From block 0 to 31266647
Testing with pattern 0xaa: done
Reading and comparing: done
Testing with pattern 0x55: done
Reading and comparing: done
Testing with pattern 0xff: done
Reading and comparing: done
Testing with pattern 0x00: done
Reading and comparing: done
Pass completed, 0 bad blocks found.

Merke: SSDs sind anders. Das tolle ist, das es auf der OS-Seite keine Read-Errors gab, nur es gab eben andere Daten zurück als hingeschrieben wurden. Quasi-Daten-Roulette.

Wenn man nun brav hinschriebt auf so ein Device, block 1-20 und dann Block 1,2,8,9,3,4,5,6,7,11-20 in der Reihenfolge kommentarlos zurück-bekommt, manchmal zumindest, dann ist das großes Kino.

Das sind dann die Momente wo ein Mirror von zwei SSDs auch nichts hilft, dann weiß man nachher nicht einmal mehr welche der Devices kaputt ist aber ist sich total sicher, das die Daten es sind. Datenrettungsansätze kann man auch vergessen, denn bei fast allen Filesystemen steht nicht im Block welcher der Block ist.

Bei den guten alten Festplatten konnte man sich wenigstens noch drauf verlassen das nach Block 1 der Block 2 kam. Und wenn der nicht kam, dann kam er nicht und nicht was anderes.

SSDs im Server ohne Cryptografisch-gesicherte Filesysteme – nein, das macht man nicht. SSDs für Daten die es nur einmal gibt und nicht in Mehr-Generationen-Backups über lange Zeiten, nein das macht man auch nicht. Das schlimmste ist die Kommentarlosigkeit des Datenverschwindens/Tauschens. Das ist geradezu obszön gefährlich.

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