Auf der Suche nach Trainingsstrecken um die 30km mit Verpflegung, auch Wettkämpfe genannt, zur Vorbereitung auf meinen diesjährigen Frühjahrs-Marathon in Hamburg fiel mein Blick auf den am 17.03.2012 stattfindenden Naturmarathon in Marienwerder. Wie die meisten Wettkämpfe im Osten der Republik findet dieser an einem Samstag statt und der Start ist auch schon um 10:00 Uhr, daher entschloss ich mich, mir in der Umgebung eine Bleibe zu suchen, damit ich nicht morgens aus Berlin anreisen musste.
Nach einem kurzen Suchen im Internet landete ich auf dem Gut Sarnow, wo ich mich dann für zwei Nächte einmietete, der Zimmerpreis hielt sich in Grenzen und ich wollte mir die Umgebung noch ein wenig nach dem Lauf ansehen, ohne gleich nach Berlin zurück fahren zu müssen.
Nach einem endlosen Stau aus der Stadt raus am Freitag Abend, kamen meine Frau und ich gegen 1900 im Hotel an, bezogen unser Zimmer (wir waren die einzigen Gäste an dem Abend) und liessen uns ein Abendessen im Hotelrestaurant schmecken. Es gab Fisch und leckeren Weisswein, was will man mehr.
Am nächsten morgen hatten wir das Frühstück für 8 Uhr erbeten, es gab für mich Brötchen mit Marmelade und ein Ei. Dazu gab es einen wirklich netten Blick über die Pferdekoppeln hinter dem Hotel.
Bereits jetzt deutete sich an, das es eher warm werden würde. Um kurz nach 9 Uhr setzte ich mich dann ins Auto und fuhr bei dann schon herrschenden 14 Grad offen die 10km nach Marienwerder, suchte einen Parkplatz im Ort (fand auch einen, es herrschte schon völlige Überlast dort im Ort) und begab mich, um meine Startnummer (mit eingebautem Transponder) einzusammeln. Ich hatte für die 31.5km gemeldet, das sind 3 Runden a 10.5km. Man hätte auch einen ganzen mit vier Runden laufen können, die Frage stellte sich nur warum so früh im Jahr. Insofern für mich nur 3/4 der Strecke.
. Aufgrund der Menge Menschen (gut 900 waren es in Summe) wurde in zwei Intervallen gestartet, erst die 10.5er und Halbmarathonis und dann die für 3/4 und den Ganzen 10 Minuten später, also um 10:10 Uhr. Da die wenigen Dixies wie immer in totaler Überlast belegt waren, suchte ich mir einen Baum – wie viele andere auch. Ich wäre deutlich für mehr der blauen Entsorgungsstellen, das trifft aber auf zu ziemlich alle Läufe zu. Ansonsten verlief alles reibungslos dort von Seiten der Organisation.
Beim Start wurde es erst einmal für gut 2-3 Kilometer eng, wer es eilig hat sollte sich nach vorne stellen, sonst verliert man Zeit. Ich hatte es nicht eiliger als sonst, insofern war das mal kein Problem. Die ersten Kilometer gingen über sandigen Waldboden, fand ich gut. Nach den Schäden an meinen Füssen durch das Barfuss-Laufen wenige Tage vorher und den Umstand der unbekannten Strecke lief ich mit den Hattori-Schlappen, die mit den ohnehin schon Luftlöchern an den großen Zehen.
Verpflegung gab es nach 6km und beim durchqueren der Runde, d.h. quasi alle fünf Kilometer, die Auswahl war gut und für jeden ist was dabei. Ich persönlich habe es nicht so mit Verpflegung, es gab den mittlerweile sicher schon 20 Grad geschuldet bei jeder Gelegenheit einen Becher Wasser für mich.
Nach Waldwegen mit und ohne Sand folgte dann ein Stück von einigen hundert Metern mit fiesen Schottereinlagen, die Sorte davon, die auch durch die Schlappen noch weh tut. Besonders wenn man es schon Schäden hat. Im Normallfall sind diese Streckenteile aber mit ein wenig reduzierter Geschwindigkeit aber auch Barfuss auszuhalten. Vergleichbar mit dem Havelufer des Grundewalds. Ein asphaltierter Radweg, ein wenig Strasse und noch eine Schotterstelle sowie ein nettes Stück am Finowkanal entlang, dann eine Wendestrecke im Ort und es geht wieder durch das Ziel. Nett, es gibt Zwischenzeiten für jede Runde.
Der Lauf verlief für störungsfrei, die Beschilderung war ausreichend – einmal musste ich allerdings einen Mitläufer durch lautes Rufen davon abhalten, in die falsche Richtung abzubiegen – es war warm und da kann man schonmal etwas nicht mitbekommen. Er lief die vier Runden und kam auch gut an, wie ich dem Ergebnis entnehmen konnte – insofern war es noch nicht zu spät.
Ich kam als 14. meiner Altersklasse und in Summe 29. rein, wenn ich den Sprecher richtig verstanden habe. Whew, die M40 ist aber ungewöhnlich stark besetzt gewesen bei dem Lauf. Normalerweise ist nicht die Hälfte aller vor einem aus der gleichen Altersklasse.
Ein paar Becher Tee und Wasser später machte ich mich auf zum Auto und fuhr Richtung Hotel zurück. Ein schöner Trainingslauf bei Traumwetter und das mit Versorgung. Fein das, gerne wieder. Die Strecke ist ohne Schuhe laufbar, das nächste Mal würde ich das wagen.
.
Zum Mittag fuhren wir ein wenig die Umgebung ab und fanden uns in einem Restaurant in Eichhorst ein, dort genoss ich eine leckere Forelle und ein kleines Bier. Der Tag fand einen ruhigen Auslang.
Am nächsten morgen nach dem Frühstück liess ich mir ein kleines Läufchen durch die Schorfheide nicht nehmen, ich hätte mich zwar beinahe verlaufen aber wozu hat man ein GPS am Arm. Ich nahm diesmal meine Kamera mit und so entstanden noch ein paar nette Bilder aus der Schorfheide, wirklich sehr nett dort.


