Barfuss über den Teufelsberg: Der Berliner Silvesterlauf 2011

Das bisher in dieser Wintersaison doch eher sehr warme Wetter hat angenehme Seiten. Die Abwesenheit von Eis und Schnee machte es auch Ende Dezember noch möglich, Barfuss im Grunewald zu laufen und das sogar in lockerem Tempo ohne das einem zu kalt wurde. Der 27. Dezember war zum Beispiel solch ein Tag, da ging das ganz prima bei 10 Grad auch mal für 18km.

Für den am 31.12.2011 stattfindenden Silvesterlauf über Teufelsberg und Drachenberg am Mommenstadion hatte ich mich eh schon angemeldet. Im letzten Jahr lief ich diesen in Five Fingers – in der Neoprenversion bei gerade mal minus ein Grad und jeder Menge Eis und Schnee. Sogar der Lauf damals musste verkürzt werden, da es simpel gesagt zu glatt war um den Abstieg am Drachenberg sinnhaft zu laufen.

Dieses Jahr war das anders, einigermaßen trockene vier Grad ermöglichten es, den letzten Lauf des Jahres noch einmal ohne Schuhwerk an den Füßen durchzuziehen. Vier Grad auf Waldwegen und Wirtschaftspfaden sind nicht wirklich viel, insofern war Tempo gefragt, um den Körper warm zu halten und somit auch noch ein wenig zum Heizen der Füße übrig zu lassen.

Bei dem Lauf gibt es ein Rahmenprogramm wo die besten Laufkostüme prämiert werden – da halte ich mich komplett raus, wie übrigens die meisten anderen auch. Ich trudelte gegen 12 Uhr 30 ein, um meine Startnummer abzuholen – mit Feelmax Schlappen an den Füßen, ganz ungewohnt nach fast einem Jahr des kompletten Barfuss-Lebens. Aber es hat sich schon bei anderen Läufen in der kalten Jahreszeit bewährt, die Füße bis kurz vor dem Start warm zu halten. Denn was vor dem Lauf nicht warm ist, das wird es auch nicht mehr beim Lauf und wenn man nicht spürt wie man die Füße auf den Boden aufsetzt, dann kann das böse Verletzungen ergeben.

Sicher ein komischer Anblick, dick eingepackt in Klamotten und Handschuhe aber nackte Füße :)

Ich hatte mich für die 9.9km Strecke, also das volle Programm, angemeldet deren Start um 13:00 geplant war. Als die letzte Minute vor dem Start anschlug kamen die Schlappen in die Jackentaschen und es ging auf die Strecke. Erst einmal ein wenig Asphalt bis es circa zur ersten (nicht markierten) Kilometermarke dann auf Fuß- und Wirtschaftswege ging. Es war eng, insofern war an Überholen nur am Rand oder neben der Strecke zu denken. Das ist nicht nur barfuss mit Risiko verbunden aber ich mache das ja nicht zum ersten Mal und kann damit umgehen wenn ich mal ausweichen muss oder auf was besonders unhandliches trete. Kalt war es dann allerdings schon, insofern war Geschwindigkeit gefragt – im 4:10er – 4:20er pace ging es über die ersten Kilometer. Außer den üblichen merkwürdigen Kommentaren von Mitläufern und den spärlichen Zuschauern gab es keine besonderen Vorkommnisse.

Start des Berline Silvesterlaufs 2011, 9.9 km

Start des Berline Silvesterlaufs 2011, 9.9 km

Bei gut Kilometer 4.5 – also etwa der Hälfte des Laufes – beginnt der Anstieg zum Teufelsberg, nunja, das ein oder andere bisschen Steigung bin ich ja spätestens seit Sondershausen gewöhnt und insofern war nur eine leichte Tempoverringerung nötig, um da locker raufzulaufen. So schnell ich oben war ging es auch schon wieder abwärts. Der dortige Plattenweg ist eher uneben und abwärts dann doch ein wenig mit Vorsicht zu genießen, besonders wenn man recht flach läuft wie ich das mache, insofern musste da Tempo raus. Kaum unten geht es dann in Richtung Drachenberg wieder hoch, gleiche Art Plattenweg aber eben aufwärts. Gefühlt erstmal anstrengender als der Teufelsberg, kann aber auch daran liegen das es der zweite ist. Warm war mir dann mittlerweile auch, die Handschuhe konnten runter und wurden nunmehr festgehalten.

Oben angekommen hat man keine Zeit die Aussicht zu genießen, obwohl es heute verhältnismäßig schönes Wetter hatte denn es geht gleich auf einem quasi single Trail recht steil und steinig abwärts. Da musste ich kräftig in die “Bremsen”, da kann man sich gut vertreten und man ist ja auch nicht alleine auf der Strecke und würde bei hoher Geschwindigkeit neben extremen Risiko auch mit guter Wahrscheinlichkeit in den Vordermann oder die Vorderfrau krachen. Auch der Abstieg ist dann allerdings recht schnell vorbei und weiter geht es in einer langgezogenen Schleife in Richtung Teufelsseechaussee. An einer Stelle gab es von mir etwas laut gedacht den Ausspruch, “Oh, das riecht nach Schwein!” wo es mächtig nach Schwarzwild “duftete”. “Unverschämtheit” kam es laut zurück – hmm, denjenigen meinte ich aber nicht. Egal, weiter in Richtung Straße.

“Aua, da hat aber einer mächtig Glas zerdeppert” dachte ich bei mir am Übergang vom Waldweg auf die Teufelsseechaussee, jede Menge großer und kleiner Splitter. Ok, also quasi Eierlaufen ohne Löffel und dann auf dem Fußgängerweg in Richtung Waldweg welcher uns zurück zum Mommsenstation bringt.

Jörn beim Silvesterlauf 2011

Jörn beim Silvesterlauf 2011

Auf der langen gerade in Richtung Stadion dann noch einmal ein bisschen schneller geworden und mit 46:52 Minuten für die 9.9km reingekommen. Das ist ordentlich und sorgte dafür das der Pfannkuchen den jeder Läufer nach dem Lauf bekommt umso besser schmeckte und auch erstmal nicht als böse Kalorien zu betrachten war :)

Eine schöne Vorbereitung auf den Jahreswechsel war es. Nächstes Jahr dann wieder – ob wieder barfuss wird dann das Wetter zeigen. Die Strecke selbst ist barfuss mittelmäßig gut laufbar, ein Blick auf den Boden empfiehlt sich aber und Tageslicht ist definitiv von Vorteil.

Dieses Mal gab es erstaunlich wenig offizielle Bilder. Die beiden oben hat meine Tochter gemacht – die Jahre davor war definitiv mehr zu sehen im Web.

Die Strecke (2011) bei gpsies:

2 Responses

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  1. Hey….

  2. […] angenehmen 7-8 Grad aber deutlichem Wind ging es um 13 Uhr auf die 9.9 km Strecke. Im Vergleich zu meiner Teilnahme 2011 hatte ich diesmal nicht mal mehr Schuhwerk im Auto oder im Gepäck sondern kam und ging barfuss. […]

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