In den Zeiten in denen das reine Laufen ohne Fußbekleidung einfach zu kalt, der Boden zu grauselig oder die Haut einfach schon zu strapaziert ist, setze ich zum Laufen gerne minimales Schuhwerk ein (anderes eh nicht). Hierbei habe ich mich im Laufe der Zeit an die Saucony Hattori gewöhnt von denen ich ein Paar im regelmäßigen Einsatz habe. Bisher bin ich mit diesen “Barfuss-Schuhen” gut 400km gelaufen, das ist vermutlich mehr als vom Erfinder vorgesehen ist. Die Industrie versucht uns ja im Regelfall klar zu machen, das die Minimal-Schuhe nur als Dritt bzw. Viert-Laufschuhpaar eingesetzt werden sollen, für leichte Trainingseinheiten wenn es hochkommt und man primär auf die gedacht höher wertigen und vor allem teureren Modelle zurückgreifen soll.
Nun ja, das sehe ich anders. Ich bin mit den Dingern den 2011er Berlin Marathon (100% Asphalt) gelaufen, das geht auch (in 3:47). Man kann damit auch zügig laufen, letztes Wochenende lief ich den ersten Wettkampf der Berliner BSV Winterlaufserie (10km) in 42:31 damit (was für mich durchaus schnell ist). Das Wetter war 5 Grad mit ab und zu ein wenig Regen, der Untergrund Bürgersteige und ein wenig Asphalt.
Schön an den Hattoris ist, das der Höhenunterschied zwischen Vorderfuss und Ferse genau 0mm beträgt, also eine Null-Sprengung. Das kommt dem Wechsel zwischen wirklich barfuss und den Schuhen deutlich entgegen, da der Körper nicht grundlegend umschalten muss.
Anscheinend ist allerdings – vermutlich durch meine regelmäßige Barfuss (so mit Haut auf Boden)-Lauferei – die Beweglichkeit meiner großen Zehen ein wenig zu viel für die Schuhe, beide haben nunmehr große Lüftungslöcher dort wo diese Zehen sind – und ja, die Zehennägel werden regelmäßig gepflegt und gekürzt, daran liegt es nicht.
Was die Schlappen – ein wirklich gut passender Begriff dafür – bei der Anwendung gar nicht vertragen ist Wasser. Die saugen sich dann innen voll und bei jedem Schritt gibt es dann ein schönes “Schmatzen” und die Füße schwimmen drin. Schaden tut das Wassser den Schlappen allerdings nicht, bisher sind sie davon nicht kaputt gegangen. Mittlerweile gibt es seit Anfang Dezember allerdings auch eine All-Wetter Variante (AW) welche deutlich feuchtigkeitsresistenter zu sein scheint (ich bin sie erst gut 60km gelaufen, bei nicht zu widrigen Bedingungen). Das Material der AWs scheint ein wenig beständiger zu sein, meine großen Zehen beschweren sich ein wenig wenn ich mit denen Laufe – vermutlich fehlt die Bewegungsfreiheit. Das muss ich noch genauer beobachten.
Die Konstruktion der Schuhe ist so gemacht, das es unter der Ferse de-fakto keine wirkliche Dämpfung gibt und unter dem Vor- und Mittelfuss dann ein wenig. Das wenige ist genug, damit sich Steinchen reinquetschen können die sich aber auch einfach wieder entfernen lassen. Auch merkt man alles was mehr als 3-4 Millimeter an Objektgröße hat relativ direkt bis auf die Haut, eigentlich sehr angenehm und verträgt sich auf schlechtem Untergrund deutlich besser als an nicht so gut daran gewöhnte Füße.
Nach den gut 400km Einsatz und trotz der Lüftungslöcher sehe ich allerdings noch keinen Grund die Schlappen nicht weiter zu nutzen. Ich habe mir zwar sicherheitshalber ein neues Paar gekauft, damit ich was habe wenn die Teile den Geist aufgeben aber die werden jetzt gelaufen bis es nicht mehr geht. Nachlassende Dämpfung oder ähnliches gibt es eh nicht, keinen Grund die Nutzung einzustellen.
Änderungen zwischen den Versionen der 2011er (die grünen) und 2012er Modelle (die blauen) konnte ich nicht sehen, ich habe aber die 2012er mit Ausnahme der AWs auch noch gar nicht angehabt. Farben gibt es übrigens mehrere zur Auswahl. Die Kosten liegen bei etwa 80€ für ein Paar. Nicht wirklich wenig Geld für wenig Schuh aber ich hab sie irgendwie ins Herz geschlossen.
Wie bei allen Minimal-Schuhen gilt auch hier die Regel, langsam anfangen wenn man aus deutlich “mehr”-Schuh kommt. Hilfe zum Umstieg bekommt Ihr beispielsweise in den Foren der Barefoot Runners Society.
Disclaimer: Ich bekomme die Schuhe nicht zum Testen gestellt oder gar geschenkt, ich schreibe freiwillig darüber und bezahle meine Exemplare selbst. Ich werde bei Wettkämpfen ab und zu gefragt ob man damit auch sowas laufen kann (Witzigerweise mehr als über das Barfuss-Laufen). Bei Kauf mittels Links von dieser Webseite freue ich mich natürlich trotzdem.




Hi, habe den Blog über das Schuhthema gefunden. Vielleicht darf ich dich und deine Leser zu einem Gegenbesuch auf http://www.einfachballengang.de einladen. Wird dich sicher auch interessieren.
Ansonsten wünsche ich dir weiterhin allzeit einen guten Lauf
Grüße