Monthly Archives: November 2011

Und morgens grüßt das Murmeltier: Die (wieder) – “Heranziehung”

Es gibt in Deutschland Ämter deren Sinn und Zweck die Erarbeitung von Statistiken über den Zustand und die Prosperität der Wirtschaft ist – und vieler anderer Dinge auch. Diese dienen dazu, den Regierenden und deren ausführenden Organen ein Bild der Welt da draußen, quasi der Realität zu liefern.

Für die Erhebung statistischer Informationen darf man sich allerdings nicht freiwillig melden, sondern eine wie auch immer geartete Autorität entscheidet darüber, wer für die – definitiv nicht freiwillige – Auskunft herangezogen wird.

Heranziehungsbescheid

Dafür gibt es dann einen sogenannten Heranziehungsbescheid. Ein solcher Bescheid ist quasi die Verurteilung zur Auskunft. Man kann sich dagegen wehren, bringt aber nix. Am Ende hat man nur Arbeit – in unserem Fall sind das immer gut 2 Tage die der Buchhalter was tun muss, denn die Informationen müssen natürlich richtig sein, ist ja quasi ein Staatsakt.

Nun gut, nun ist das Unternehmen von dem wir hier reden nicht von staatstragender Bedeutung und nach den ersten getätigten Auskünften vor 2 Jahren hat man uns gesagt das wir nicht mehr mitspielen dürfen, wir wurden von der Heranziehung quasi aufgrund von Irrelevanz wieder ausgesperrt. Über den Wegfall nicht produktiver Arbeit freuten wir uns natürlich.

Aber, da haben wir doch glatt die Rechnung wieder ohne die Regierenden aus Schilda gemacht. Den heute erreichte uns mal wieder – der Heranziehungsbescheid – der uns quasi aus der Freistellung von der Heranziehung wieder Heranzieht bzw. annagelt.

Um es noch schöner zu machen mit einem Datum vom 1.11. und – sowas kommt per Staatsakt – Postzustellungsurkunde mit Zustellung zum 17.11.2011. 16 Tage braucht eine Postzustellung in Deutschland, sehr amüsant. Man befand uns für irrelevant, nun liefern wir wieder ab – müssen ja sonst gibt es ein Zwangsgeld – und dann wird man uns wieder mitteilen das die Arbeit für den Allerwertesten war. Danke liebes Amt, wer denkt sich solchen Unfug eigentlich aus ?

Armes Deutschland, so wird das nix. Heiße Luft – ich hoffe das die Quote an sinnloser Tätigkeit für Staatsorgane nicht noch höher wird.

 

 

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Ein Radhelm in Groß und dann noch zum Laufen

In der Suche nach etwas komplett anderem im Laufbereich habe mich mich zum Untertage Marathon in Sondershausen angemeldet. Dort wird ein Marathon unter der Erde auf gut 700m unter Tage gelaufen. Dabei besteht witzigerweise Helmpflicht, das ist in einem Bergwerk eben so.

Es wird empfohlen einen leichten Fahrradhelm zu nehmen – im Bergwerk ist es abgesehen von Dunkelheit, Trockenheit (ist ein Salzbergwerk) auch noch verdammt warm. Also muss es auch dafür tun. Eine Stirnlampe muss auch noch ranpassen.

Nun gut, ich begab mich also auf die Suche nach einem leichten Radhelm. Nun habe ich das Problem das mein Kopfumfang gut 64cm beträgt, das ist deutlich größer als die meisten Helme so hergeben. Ich wurde dann fündig bei Amazon, dort gibt es einen Helm von Abus der das Problem löst da es ihn in XL gibt, also 61-65 cm Kopfumfang. Als Signalfarbe dann auch in Gelb, gibt es aber auch in dunkleren Farben für die Freunde des Versteckens.

Meine Stirnlampe passt – gehalten von zwei Kabelbindern – auch gut ran.
Nächste Woche wird dann mal probegelaufen, mal gucken wie sehr ein Helm nervt. Trockenübungen waren mit diesem zumindest schonmal gut.

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Wie man Klingelanlagen nicht baut…

Wir haben im Büro eine halbwegs moderne Klingelanlage die aufgrund ihrer Scroll-auf-richtigen-Namen und dann drücke eine Taste Funktionalität schon so manchen Besucher einfach mal überfordert hat.

Da laut Auskunft der uns betreuenden Klingelanlagen-Baufirma unsere Türsprechstelle kaputt sei (klingelt nicht mehr) sollten wir eine neue kaufen und man meinte das das 480€ kosten würde. Nun gut, es gibt Dinge die guckt man sich noch einmal an bevor man Aufträge dieser Art erteilt. Ein kurzer Blick, ein paar gebogene Kontakte und schon klingelt es wieder. Bei der Gelegenheit mal nachgeschaut, das Modul kostet 250€ brutto im Handel – auch fein. Dabei aber dann noch ein wenig nachgeschaut und mitbekommen, das der Umschalter der uns die Klingel auf die TK-Anlage legt – was mal für Off-Hours gedacht war – in einer Art und Weise implementiert ist, die einem die Schuhe auszöge so man denn welche anhätte.

Das Ganze ist ein BUS-System für Audio und Klingelsignal I2 oder so. Naja, wie schaltet ein Elektriker der eigentlich nichts von der Technik versteht zwischen zwei Sprechstellen um (was eh schon überflüssig ist, man kann die auch parallel betreiben) ?

Klar, er nimmt ein Relais !

Unglaublicherweise hat dort tatsächlich jemand ein (mit extra Netzteil zur Versorgung für die Steuerspannung) Relais eingebaut, das den Bus wahlweise auf die TFE der TK-Anlage legt oder auf das Gerät am Empfang.

Dazu fällt einem dann auch nichts mehr ein, das kann man besser machen. Nein, das muss man besser machen.

Für bessere Ausbildung!

 

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Barfuss in Graal-Müritz, der 16. Schneckenlauf

Seit einigen Jahren laufe ich regelmäßig in Graal-Müritz an der Ostsee den dortigen im November stattfindenden Schneckenlauf mit. Der Lauf heißt nicht aufgrund meiner geringen Laufgeschwindigkeit so sondern weil jeder ins Ziel kommende Läufer eine Streuselschnecke bekommt.

Es gibt dabei drei Distanzen zur Auswahl, 2 km, 5km und 10 km, wobei die 10 km als zwei 5 km Runden dargestellt werden. Ich kenne Graal-Müritz und Umgebung von zahlreichen Läufen im Urlaub recht gut und dachte mir, wenn ich schon regelmäßig am Barfusslaufen arbeite warum nicht auch beim Schneckenlauf.

Dagegen spricht in gewissem Rahmen die Jahreszeit zu welcher der Lauf stattfindet. Ich kann mich schon an Jahre mit ein wenig Schnee und Temperaturen deutlich an der Null-Grad Grenze erinnern. Dieses Jahr allerdings war strahlender Sonnenschein und morgendliche Temperaturen um die 6 Grad bei nahe der See natürlich hoher Feuchte. Mit anderen Worten, am Morgen eher kalt. Nun gut, nach Dresden und Bonn bin ich ja temperaturmäßig schon auf so einiges eingestellt und diese sollte auch hier nicht zum Problem werden.

Graal Müritz an einem Novembermorgen

Ich hatte neben meiner Familie noch eine Freundin meiner Tochter dabei, welche sich spontan entschlossen hatte die 2km Strecke mitzulaufen. Insofern gingen wird dann nach einem frühen Frühstück um kurz nach 9 erst einmal die Startnummer holen und die junge Dame anmelden, ich hatte bereits per Internet gemeldet und musste lediglich meine Startnummer holen und das Startgeld bezahlen.

Startnummer mit Startkarte

Schön finde ich, das Teilnehmer für die 2km Strecke keine Startgebühr bezahlen müssen und trotzdem danach eine Streuselschnecke bekommen. Dafür gibt es für diese Teilnehmer keine Startnummern, dafür kleine Startkarten, die im Ziel abgegeben werden müssen – in Graal Müritz wird nämlich noch richtig old-fashioned mit der Hand gestoppt und ausgewertet. Für die 5km und 10km Läufe gibt es Startnummern, das Auswertungsprinzip ist allerdings das gleiche.

Start des 2km Laufes

Auch heute sollte wieder das vorherige Warmhalten des Laufgerätes mit Schlappen praktiziert werden, das hatte sich ja in Bonn und Dresden bereits gut bewährt.

Eine Minute vor dem für 11 Uhr geplanten Startschuss wanderten die Schlappen in die Taschen und los gehts nach dem Startsignal. In etwa 200 Teilnehmer setzen sich in Bewegung, es ist auf den ersten Metern doch deutlich voll und die Wege sind erstmal eng. Das ein oder andere Boden-blind gelaufene Überholmanöver wird nötig, um einigermaßen Tempo drauf zu bekommen. Klar wird, das wenn man hier schnell laufen will, muss man sich nach vorne stellen (was aber an diesem Tag sicher nicht mein Ziel war).

Die ersten Meter des Laufes gehen über den Sportplatz des Wald-Stadions in Graal-Müritz, dann über die Parkwege vor dessen (neu erbauten !) Parkplatzes und dann am Stadion entlang in den Küstenwald. Spätestens ab dem Parkweg im Küstenwald war klar, das dies eine eher steinige Angelegenheit werden wird. Viele kleine bis größere Steinchen, unter frisch gefallenem und diese effektiv verbergendem Blattwerk gelagert machen diesen Teil der Strecke zu einer klaren Ansage für bereits erfahrenere Barfuss-Läufer (ich war an diesem Tage erwartungsgemäß der Einzige).

Lauf nähe Stadion

Weiter geht es an der Uferpromenade über den Ostseeküsten-Radweg in Richtung Campingplatz, wessen Zuwegung den Füßen mit sehr grobem Asphalt etwas zu bieten hat. Dann geht es durch den Campingplatz auf die andere Seite, durch ein Drängelgitter (was ich jedes Jahr nervig finde, denn da muss man sich irgendwie durchschwingen, um nicht komplett zum Stillstand zu kommen). Auf ein wenig Asphalt geht es dann in Richtung der vorgelagerten Brücke über den Stromgraben, hier ist der Untergrund simpel gesagt scheusslich, Betonreste, Steine jeder Größe dafür aber mit nicht ganz so viel Blattwerk verdeckt. Über den Parkplatz vor dem Waldhotel geht es zum und in den Rhododendronpark – hier leichter Boden, man könnte auch das Gras daneben nehmen – ich bleibe auf dem Parkweg. Raus aus dem Rhododendronpark quasi wieder auf die Strecke welche einen in Richtung Campingplatz brachte. Blattwerk, Steinchen, eben noch einmal. Die Runde führt dann durch das Stadion und wenn man die 10km läuft, dann läuft man das obige einfach noch einmal.

Biegt man dann nach der zweiten Runde in die Zielgasse ein wird die Startkarte abgegeben und man bekommt einen Gutschein für die Streuselschnecke.

Im Ziel

Die Füße haben es gut überstanden, sind allerdings mächtig dreckig und ein wenig kalt. Da kommt es gerade recht, das es bei diesem Lauf in der Stadion-Gastronomie leckeren Glühwein für 1.5€ den Becher gibt und das auch noch von einem bekannten Gesicht, so macht Laufen Spaß ! Die Steuselschnecke wird erst einmal pflichtgemäß verzehrt, gehört sich so.

Dreckige Füße im Ziel

Schaut man sich dann die Laufergebnisse an stellt man fest, das es die meisten dort sehr eilig haben und das alles sehr ernst nehmen. Ich werde 9. von 12 meiner AK, das ist eher weit hinten für einen 5er Schnitt. Hätte man hier mit deutlich mehr Tempo laufen wollen, so wären Schuhe definitiv notwenig gewesen. Huaraches hätten es getan, damit kann man dann auch einen 4er Schnitt laufen und vorne mitspielen wenn man das will. Barfuss auf dem Untergrund hätte ich deutlich mehr Tempo eher nicht laufen wollen bei der limitierten Erfahrung meiner Füße.

Schöner Lauf, nächstes Jahr sicher wieder. Ob wieder Barfuss – mal gucken, ist nicht ideal dafür. Aber wer Barfuss läuft darf sich über die Strecke auch nicht beschweren.

Der schönste Kommentar unterwegs heute war von einem Jungen, “Mama, Mama, mit Barfuss gildet doch nicht!”. Tut es doch mein Junge, steht in den Regeln des DLV welche auch diesem Lauf zu Grunde liegen.

Danach ging es erstmal in den örtlichen Fischdealer und zum Mittag gab es dann grüne Heringe gebraten, 2 Stück für 3€, kann man eigentlich nix sagen – hab ich erstmal 4 draus gemacht (Heringe natürlich).

Grüne Heringe gebraten

Die Strecke des Schneckenlaufes:

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Barfuss in Dresden II, der erste Halbmarathon mit “ohne”

Nach einem bisher gut und viel gelaufenen Jahr fehlte mir dieses Jahr noch ein Höhepunkt für meine Barfuss gelaufenen Wettkämpfe. Ein Blick in die gängigen Verzeichnisse von Laufveranstaltungen zeigte für den 23. Oktober den Dresden Marathon an, den gibt es auch in Halb. Ein Ganzer wäre für meine nackten Füße zu diesem Zeitpunkt vermutlich zu viel. Der Lauf in Dresden hat den enormen Vorteil, das es kein Teilnehmerlimit gibt und eine Nachmeldung noch einen Tag vor dem Lauf erfolgen kann. Man braucht also nicht planen und kein Commitment – Ideal.

Ein kurzer Check der Hotel-Verfügbarkeit brachte auch hier ein positives Ergebnis, so das ich dann tatsächlich nach einem prüfenden Blick auf das kalte aber trockene Wetter für den 23. Oktober einfach am Morgen des Samstags beschloss nach Dresden zu fahren und mitzulaufen.

Schnell vorher das Hotel klargemacht und ab ins Auto, um kurz nach 11 ging es los und um kurz nach 13 Uhr war ich schon in Dresden. Störungsfreier und geringer Verkehr machte die Fahrt diesmal recht angenehm. Noch auf dem Weg ins Hotel kurz zum Messegelände und die Nachmeldung erledigen und Startnummer einsammeln. Das Ganze dauerte keine 10 Minuten, Parkplätze gab es auch ausreichend im Messeparkhaus. Die übliche Marathon-Messe liess ich weitestgehend aus, auch vom Pasta Gutschein machte ich keinen Gebrauch.

Abends war das Ziel den ganz hervorragenden Japaner “Ogura” im Hilton Hotel zu besuchen. Nach einem mittaglichen Lachs-Burger in der Altstadt wurde erstmal neudeutsch “gechilled” und nichts getan bis zum Abend. Ich latschte einmal den Weg vom Hotel zum Start ab, um einzuschätzen wie lange dieser dauern würde. Bereits hierbei wurde mir deutlich klar, das es am nächsten Morgen eher sehr kalte Füße geben wird. Das Ogura war wieder ganz hervorragend. Frühe Bettzeit, am nächsten Tag wird ja ein wenig gelaufen.

Ein frühes Frühstück gegen Acht, grauenvoll für einen Sonntag morgen. Der Start sollte um 10:00 Uhr sein, der Weg dorthin dauerte keine 10 Minuten. Um zu vermeiden, das mir die Füße deutlich zu früh zu kalt werden gab es ausnahmsweise mal meine Alibi-Feelmax Schlappen bis zum Start. Huaraches hätten es auch getan, aber ich mag eben diese Schnüre an den Füßen nicht wirklich haben und schon gar nicht vor dem Lauf.

Ich war ca.10 Minuten vor dem Start am Ort des Geschehens und sortierte mich in den Startblock C (der vor den Walkern) auf die linke Seite ein. Ich hielt eifrig nach Barfuss-Kollegen ausschau, wusste ich doch von einem Foren-Eintrag das mindestens einer dabei sein würde. Gesehen habe ich vor dem Start nur einen VFF-Läufer, Bikilias und Socken – Luxus sowas, ist ja quasi schon mit Heizung.

Es war recht frisch, der Countdown zum Start war noch bei gut einer Minute. Also runter mit den Feelmax-Schlappen und ab in die Taschen der Jacke damit. Passte ideal, das Vorgehen wird sicher noch für den ein oder anderen Lauf in der kalten Jahreszeit eingesetzt werden können.

Whew, kalt das meckerten die Füße. Egal, geht ja gleich los. Den Startschuss habe ich nicht gehört aber irgendwie fing das Feld sich an, in Bewegung zu setzen. Straßenbahnschienen sind ja auch was fieses für den Barfuss-Läufer, besonders hat Metall es ja noch besonders mit der Kälte. Ok, also darauf wird dann bis auf weiteres erstmal nicht mehr getreten.

Ab ging es über die Startlinie. Das Feld aus 10ern, den Halben und den Ganzen, in Summe bestimmt 5000 Leute war dicht. Man kann nicht sagen, das die Straßenhälfte die füe den Start genutzt wurde so breit war. Gleich nach dem Start eine Kurve und dann über die Marienbrücke von der Alt- in die Neustadt. Bei klarem Himmel und Sonnenschein ein schöner Ausblick in alle Richtungen.

Bereits nach der Brücke hatte sich das Feld auseinander genug gezogen, damit man sich vernünftig bewegen konnte. Ok, also langsam die Geschwindigkeit “einstellen” und den Lauf genießen. Die Füße waren kalt aber funktionierten gut. Der Unterschied zwischen Straßen mit Sonne und den Stellen ohne wurde wieder deutlich. Die Lufttemperatur war beim Start vielleicht 4-5 Grad, die des Bodens sicher nicht höher.

Ziel war ein einigermaßen gemütliches Tempo im 5er Schnitt was mich dann in ca. 1:45 durch den Lauf bringen sollte. Das Tempo lässt durchaus zu, sich mit anderen zu unterhalten und man kann sich auch gut mit der Umgebung beschäftigen.

Ein Mitläufer fragte mich noch auf der Marienbrücke, inwiefern ich das geübt hätte so ohne Schuhe zu Laufen. Ich entgegnete das ich das doch eher regelmäßig mache und konnte mit den Hinweis darauf nicht verkneifen, das wenn ich das nicht getan hätte vermutlich schon an dieser Stelle die Fußsohlen durch gewesen wären. Er hatte nach seiner Aussage ernsthaft geglaubt ich hätte nur meine Schuhe vergessen :)

Nach wenigen Kilometern eine Überraschung, ich wurde angesprochen von einem anderen Barfuss-Läufer welcher sich als Matthias vorstellte. Kurzer Informationsaustausch, das wir ja mindestens dann zu Dritt sind und auch er hatte den anderen Kollegen nicht gesehen bisher. Nach einigen Minuten lief jeder weiter seine Geschwindigkeit und man verlor sich aus den Augen – er hatte es eiliger als ich und wie ich mittlerweile weiß hatte es der andere Kollege noch deutlich eiliger als wir beiden, so das wir uns zwangsläufig nicht gesehen haben obwohl  er – vermutlich im dichten Feld – mich überholt haben muss.

Die nächste Konversation mit – nach Akzent und Kleidung zu urteilen – dänischen Läufern war nicht von positiver Natur. Man hatte für meine Barfüssigkeit eher kein Verständnis und fand das eher komplett daneben. Nunja, man muss ja nicht jede Unterhaltung weiterführen, Abstand gewinnen und weiterlaufen. Die beiden frötzelten dann noch darüber rum, ob sie nicht mal rüberkommen und drauftreten sollten, damit ich was lerne. Geht’s noch ? Ok, kurz das Tempo rauf und weg von denen.

Die Strecke ging dann über die Augustusbrücke in Richtung Altstadt, schönes Panorama das dort geboten wurde. Aber quasi als Preis für das Panorama kam das was auf der Webseite mit als drei-prozentiger Bestandteil der Strecke angegeben wurde – Pflaster. Aber fieses Pflaster, uneben und große Löcher zwischen den Steinen. Nach der Brücke kam eine Runde auf dem Theatherplatz, auch nicht besser. Kleines Pflaster, noch unebener. Schön wenn man fühlt wie sich die einzelnen Fußknochen auseinanderbiegen beim drüberlaufen. Noch schöner danach festzustellen, das die Füße ganz geblieben sind.

Ich behaupte, die Angabe 3% ist eher die Hälfte der Realität. Allein dei Augustusbrücke hat 250m je Richtung, über die geht es zwei mal. Über den Theaterplatz geht es ja auch nochmal… Auf dem Foto unten sieht man das Pflaster auf der Augustusbrücke sehr gut.

Jörn beim Dresden Marathon

Jörn beim Dresden Marathon, (c) firstfotofactory.com

Im Verlauf des Rennens hatte ich noch das ein oder andere gute Gespräch über das warum, das Training dafür und die Temperatur und so. Alle aufgeschlossen und positiv. Den Kommentaren am Straßenrand konnte ich entnehmen, das vor mir im Feld noch mindestens einer sein muss. “Guck mal Mama, da ist noch einer!”. Sowas hörte ich bestimmt vier bis fünf mal.

Die Wasserstellen lies ich komplett links- und rechts liegen, bei der Temperatur und Distanz nicht nötig. Spannend aber das es tatsächlich Cola irgendwo nach km 15 gab. Mein Magen würde ernsthaft nach einem K2000 schreien, wenn ich das beim Laufen trinken täte.

Beim Verlassen des Elbe-Radweges in Richtung Augustusbrücke (so km 19) gab es mal was anständiges für die Füße, einen “Parkweg” mit ein paar kleinen Steinchen. Der war richtig angenehm gegen das Pflaster der Brücke. Witzig auch wie sich das anfühlte nach 18km Asphalt, man wurde quasi wach.

Den letzten Kilometer über Augustusbrücke, Theatherplatz und ins Ziel gab es dann nochmal Fußknochenbewegung. Im Ziel einigermaßen pünktlich angekommen mit 1:44 noch ein paar erstaunte Fragen, ob ich denn den ganzen Lauf barfuss gelaufen sei. Einmal Medallie einsammeln und eine süße und alkoholfreie Gerstenkaltschale später zurück ins Hotel und die Füße wieder auftauen.

Das Auftauen war schmerzhaft, wie auftauen eben so ist – Gefühl gab es den ganzen Lauf über in den Füßen, offensichtlich muss man sich aber daran gewöhnen das der Körper seine eigene Auffassung der für die kontinuierliche Nutzung erforderlichen Temperatur hat und diese nicht notwendigerweise mit der Wohlfühltemperatur des Nutzers korreliert. Das war in Bonn beim Drei Brücken Lauf auch so, Dresden war mehr als doppelt so lang und später und ein wenig wärmer. Aber die Temperatur der Füße war auf gleichem niedrigen Niveau.

Die nachfolgende Inspektion ergab keine Schäden an den Füßen und so konnte nach einem Mittagessen die Heimreise angetreten werden.

Schöner Lauf als Halber! Die 2. Runde würde ich dann aber nicht laufen wollen, Marathons in Form von zwei Runden finde ich langweilig.

Die Strecke des 13. Dresden Marathons (Halbmarathon):

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