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Barfuss in Wien

Wie neulich angekündigt verbrachte ich das Wochenende des 17. April 2011 in Wien, um den dortigen Marathon zu laufen. Für mich kam der Lauf der Länge wegen leider nur mit Schuhen in Frage, er hat aber auch so eine Menge Spaß gemacht und eine persönliche Bestzeit ist dabei auch rausgekommen, obwohl ich es eigentlich gar nicht darauf angelegt habe.

Im Rahmen der Umstellung auf das Barfuss-Laufen habe ich aber die Reise eben mit “ohne Schuhe” angetreten. Ins Gepäck kamen nur die Laufschuhe und – was sich dann später als sinnvoll erwies – ein paar Five-Fingers, quasi als Notfalltreter.

Der Weg nach Wien, also Taxi zum Flughafen, Flughafen, Flug mit Air Berlin, Taxi zum Hotel und Einchecken nebst Einzug ins Hotel verlief störungsfrei und unbeschuht mit großem Spaß. Es gab ein paar komische Kommentare auf dem Wiener Flughafen von Passanten aber sonst nichts ungewöhnliches. Ich genoss die Freiheit ziemlich definitiv.

Ein Spaziergang durch das abendliche Wien, Dritter Bezirk einmal um den Stadtpark war interessant und eindrucksvoll. Insbesondere einige kleine quasi imitierte Hunde in den deutlich grünen Grasbereichen der Umgebung haben es mir besonders angetan. Dort wird darauf hingewiesen, das es bis zu 36€ kostet wenn man den Dreck des Hundes nicht wegräumt. Finde ich eine gute Idee, sollte man in Berlin auch einführen. Habe auch keinen Hundemist an irgendwelcher Stelle gesehen auf meiner guten Stunde des abendlichen rumlaufens (und auch an den folgenden Tagen nicht).

Hundefigur mit Preisschild

Anti Hundekot-Figur in Wien

Was ich nicht so gut fand das waren die Wiener Baustellenabdeckungen. Diese stellen durch ihre Oberflächenbeschaffenheit eher eine Gefahr für Fußsohlen dar, sofern man nicht weis wie man seine Füße vernünftig auf so etwas aufsetzt. Könnte den ein oder anderen Splitter geben.

Holzabdeckung für Baustellen

Gefahr für die Fußsohlen

Für den Abend entschlossen wir uns, das Restaurant des Hilton-Hotels aufzusuchen in welchem wir wohnten. Kurz nach dem dort hinsetzen kam dann der “Restaurant Supervisor” auf mich zu und bat mich, Schuhe anzuziehen. Nun gut, ich hätte mir ja denken können das insbesondere in einem amerikanischen Hotelrestaurant damit zu rechnen ist – insofern habe ich keinen Widerstand geleistet und meine Five Fingers geholt und (halb) angezogen. Essen und Wein waren gut. Nach dem Verlassen des Restaurants war natürlich auch wieder Schluss mit dem Schuh-Unfug. Was ich aber bei diesem Ausflug in die beschuhte Welt erfahren durfte war, das ich in meine FiveFingers nicht mehr reinpasse fusstechnisch. Insbesondere am Spann sind sie einfach zu eng geworden und es ist unangenehm sie zu tragen. Da sich die Schuhe wohl nicht verändert haben müssen das wohl die Füsse in den letzten Wochen getan haben. Vermutlich haben die sich einfach ein wenig höher und breiter gemacht als ihnen früher durch die Einschränkungen der Schuhe möglich war. Alternativ bin ich einfach nur das Gefühl nicht mehr gewöhnt, wer weis.

Am nächsten Tag war das Routine-Programm für mir unbekannte Laufveranstaltungen angesagt, Startnummer abholen gehen und mal gucken was die Messe so zu bieten hat. Anfahren des Startbereiches, um rauszufinden wie man hin- und wieder wegkommt und wie lange das dauert, Fahrkarte für die Öffis auftreiben etc. Also gesagt, getan. Ab in die S-Bahn zum Praterstern und da umsteigen in die U1. Aber hey, Prater – da ist doch das Riesenrad. Das muss man sich dann ja doch mal genauer ansehen.

Prater Riesenrad

Prater Riesenrad

Das alles natürlich ohne Schuhe. War ja immerhin nicht in einem amerikanischen Restaurant sondern auf öffentlichem Straßenland, da ist das sicher nicht unerwünscht. War es auch nicht, hat sich niemand beschwert und die Straßen in Wien sind eher sauberer als in Berlin, also gab es nur graue und nicht Schwarze Sohlen!

Auf der Marathon-Messe mit Startnummernabholung habe ich mich dann über die Messestände der Barfuss-Laufschuh Fraktion amüsiert. Es gab derer mindestens drei, wobei die Blicke auf den ohne Schuhe dann doch eher skeptisch waren. Leute, ich lebe das was Ihr in Pseudo-Form propagiert. Macht mehr Spaß, sollte ich mir vielleicht einfach als T-Shirt drucken lassen.

Startnummer geholt und dann ab in Richtung Startgebiet.

Das Startgebiet lag in der UN-City, direkt vorm UN Gebäude. Man war dort gerade dabei, die Toiletten für den morgigen Tag aufzubauen – wie immer viel zu wenige. Ich glaube es gibt keine Laufveranstaltung die davon genug hat. Positiv muss man anmerken, das es immerhin jeden Kilometer ein K2000 (mobiles Toilettenhäuschen) gab, das gibt es nicht überall. Das war löblich. Die 5 Stück bei Kilometer eins waren allerdings gegen die Menge Menschen die Bäume nutzten deutlich machtlos.

Vor dem UN-Gebäude nutzte ich die Gelegenheit für ein Bildchen mit Selbstauslöser. Sieht zwar ein wenig nappelig aus, aber was solls. In den Beintaschen der Hose hatte ich übrigens für möglicherweise auftretenden Widerstand die FiveFingers gepackt. Hätte zwar weh getan aber wäre der Ausweg gewesen. Man weis ja nie.

Jörn vor dem UN Gebäude

Vor dem UN Gebäude

Das Ziel des Wiener Marathons ist auf dem Heldenplatz. Gleich daneben ist das Österreichische Kanzleramt, daneben habe ich es mir dann mal bequem auf einer Bank gemacht und die Sonne genossen. Hier gibt es auch ein Bildchen.

Jörn vor dem Wiener Kanzleramt

Neben dem Wiener Kanzleramt

Danach ging es an den Stephansplatz, mal durch die Fußgängerzone latschen. Hier und da ein paar Kommentare aber keine Probleme. Später habe ich dann noch mit meiner Frau eine Tour im Fiaker unternommen. Der Kutscher ist spannenderweise auch Marathon-Läufer gewesen und hat auf die ein oder andere Besonderheit des Wiener Laufes hingewiesen. In einem Punkt irrte er sich aber wie ich später hören sollte. Ich frage inwiefern der Wien Marathon denn auch eine blaue Linie hätte. Er entgegnete das die erst in der Nacht vor dem Lauf gemalt würde – es gab aber keine. Meine Frau hörte am nächsten Tag im Fernsehen, das es in Wien keine blaue Linie mehr gibt weil man die nach dem Lauf nicht mehr wegbekommt. Ok, verlaufen konnte man sich auch nicht wirklich trotz der Abwesenheit der Linie.

Der nächste Tag war dann vom Lauf geprägt und wurde dann nach dem Lauf in Ruhe begangen. Es gab keine wirklichen körperlichen Schäden und eine gute Erfahrung bei Traumwetter. Recht erfreut war ich über einen Barfuss-Läufer den ich bei ca. km 15 erblickte. Er war deutlich schneller als ich unterwegs und ich habe gar nicht versucht, ihn einzuholen und zu schauen ob er zur Staffel gehörte oder so den ganzen durch lief. Zwischensprints verkneife ich mir bei der Distanz eher.

Mein Paar Laufschuhe hauchte allerdings auf den letzten ca. 6 Kilometern sein Leben wohl endgültig aus und gab dann doch einige (temporäre) Schmerzen am Rechten großen Zeh da sich dort eine unangenehme Kante bildete (Es blieb aber bei den Schmerzen, keine Blasen oder sowas – viel Hornhaut hat Vorteile). Die Schuhe wurden zu Hause dann (nach gut 800 km Laufleistung) ausgemustert und durch ein gleiches, neues Paar ersetzt. Socken gab es übrigens auch beim Marathon nicht, wozu auch – Unnötiges Gewicht.

Laufbild KM 31

Laufbild KM 31, (C) Brightroom

Der darauf folgende Montag war der Tag der Rückreise. Taxi zum Flughafen, Flughafen, Cafe und Mittagessen verliefen ohne Schuhe und Störungen. Beim Einstieg in den Air Berlin Flieger gab es allerdings einen Aufstand des (an der Kabinentür stehenden) Flugkapitäns, der der Auffassung war das man bei ihm nur mit Schuhen mitfliegen dürfte. Nun gut, deren Flieger deren Regeln – auch wenn die jeder Flugkapitän anscheinend anders sieht. Also Fivefingers gezeigt (aber nicht angezogen) und unter die Füße gestellt. Ruhe war. Beim Ausstieg waren sie dann schon wieder im Rucksack. Rest wieder störungsfrei.

Nun ja, die Moral von der Geschichte: Es gibt ab und zu (wenn auch unbegründeten) Widerstand gegen freie Füße. Für solche Fälle sollte man einfach entsprechendes Gerät griffbereit haben (FlipFlops, Sandalen, Fivefingers o.ä.). Jeder kann auf seinem Grund und Boden Regeln festlegen, die zu beachten sind. Man suche sich die Stellen aus wo die Regeln nicht existent oder kompatibel sind. Es gibt im Regelfall Alternativen.

Die Diskussion ob in den Beförderungsbedingungen von Air Berlin Schuhe vorgeschrieben sind kann man sicher führen, aber sie ist am Ende fruchtlos. Man will Spaß haben und nicht Lebenszeit mit dem Missionieren verlieren.

Mir hat der Trip auch so Spaß gemacht :) Und statt der nicht mehr passenden FiveFingers stecke ich nunmehr meine Huaraches (Sandalen) ein. Nehmen auch wenig Platz weg und sind sogar noch ein wenig freier.

Jörns Huaraches

Huaraches

Man kann damit sogar gut rennen gehen, macht aber nicht so viel Spaß wie Barfuss. Dafür kommt man mit deutlich weniger Reiz über Schotter und ähnliche Untergründe.

Vorgestern habe ich mich dann mal an der Ostsee auf dem Uferweg in Graal-Müritz 12 km Barfuss-Rennend am Stück bewegt auf Pflaster, Asphalt und etlichen Kilometern Sand/Schottergemisch. Gab ein wenig gereizte Fusshaut aber ging, daran muss ich wohl noch trainieren. Es gab etliche verwunderte Passanten und einen Kommentar einer Person die ich auf dem Hin- und dem Rückweg passierte, “Ja hat der denn immer noch keine Blasen unter den Füssen?”. Nein, gab keine!

Nach dem Stand der Dinge wird der erste Barfuss-Lauf bei einer offiziellen Veranstaltung nunmehr der Küstenwaldlauf am 30.4. in Warnemünde werden. Zwar nur 10km und ich fahre nicht dafür hin, möglichst schnell zu Laufen sondern nur des Spasses wegen, das mal Barfuss zu machen.

Frohes Karnickel Euch allen.

Der steinige Weg zum Barfuss-Laufen, ein Monat mit “ohne Schuhe”

Ein großer Vorteil des Daseins in Deutschland ist das man sich seinen Spaß im Allgemeinen selbst aussuchen darf. In meinem speziellen Fall ist das ja nun seit einiger Zeit der Ansatz meine zaghaften Laufbemühungen in Richtung des Barfuss-Laufens zu verschieben (wobei ich Barfuss mit doppel-s einfach schöner finde als Barfuß mit fiesem Umlaut).

Das klappt zwar bei mir noch nicht skalierbar aber macht einen Heidenspaß wenn man sich mal dran gewöhnt hat. Es ist nötig, die Haut an den Füßen – neben der Muskulatur – an die ungewohnte Belastung zu gewöhnen und so Blasen, Risse oder Löcher zu vermeiden.

Um das zu forcieren bewege ich mich seit Anfang März diesen Jahres im Alltag ausschließlich unbeschuht. Zu Hause sowieso, nunmehr aber auch im Auto, im Büro, in der U-Bahn, beim Einkaufen, im Restaurant – eben überall. Die einzige noch existierende Ausnahme ist beim Rennen, alles ab 10 km geht noch nicht ohne. Daran muss ich noch arbeiten.

Wie ist das so ? Hmm, als erstes kommt mir in den Sinn, das es einen Heidenspaß macht, die verschiedenen Untergründe die es so überall in der Stadt hat zu erfahren. Die meisten Böden fühlen sich eigentlich gut an, Berliner U-Bahnen und S-Bahnen zum Beispiel. Auch die U-Bahnhöfe sind prima. Was nicht prima ist, das ist übrig gebliebenes Streumittel an allen Ecken und Enden. Was auch nicht wirklich schön ist sind frisch gepflasterte Wege, die sind eher scharfkantig.

Barfuss auf Bahnhof Wannsee

Barfuss am Bahnhof Wannsee

Spannend ist es in der kälteren Jahreszeit wie viele Restaurants über geheizte Fußböden verfügen, merkt man sonst nur nie.

Rennen auf Gehwegen geht prima, Rennen auf Asphalt geht definitiv nur mittels Ballenlauf und auch mit viel Übung sonst gibt es eben keine Haut mehr unter den Füßen oder abgeschliffene Fersenenden.

Was definitiv unangenehm ist das ist grober Schotter – das was derzeit zB die Wasserbetriebe in Berlin am Havelufer am Grunewald auskippen um den Weg zu verbessern, das hilft echt nur für den Einsatz von LKW. Menschliche Füße sind dafür ganz und gar nicht geeignet, Fahrradreifen auch nicht. Was auch grauenvoll ist sind die wohl ehemals mal gepflasterten Wege in den Berliner Wäldern, da sind massenweise Pflastersteine halb verbuddelt, die ein permanentes Ausweichen unumgänglich machen. Da sind Straßen oder Gehwege angenehmer.

Im Umgang mit anderen Menschen hatte ich bisher noch keine Probleme, ob dies nun in Restaurants, beim Notar und Anwalt, im Läden inkl. KadeWe oder in der U-Bahn war – ich werde zwar ab und zu mitleidig belächelt aber auch hin und wieder auf das Thema angesprochen von anderen Menschen die sich für die Gründe interessieren (der am häufigsten – und fälschlicherweise – vermutete war bisher religiöser Art, spannend).

Mit dem Rennen ohne Schuhe klappt es auch immer besser, die größte Herausforderung ist dabei derzeit noch die Kälte inbesondere in frühen Morgenstunden. Da steckt dann gerne mal ein Stein im Fuss und man merkt es nicht, das tut dann nicht so gut. Es hilft aber wenn man ab und zu mal die Steine mit der Hand kurz von den Fusssohlen wegfegt.

Nächste Woche laufe ich den Vienna City Marathon (mit Schuhen, noch komme ich keine 42km weit ohne Schäden wenn ich die Schuhe weglasse). Danach werde ich dann den schuhfreien Lauf weiter forcieren, mein Nahziel ist es den 13.6km langen Havellauf im Juli 2011 barfuss zu laufen.

Die derzeit von mir zum Rennen genutzten (und das geht jetzt auch gnadenlos ohne Socken ohne das da was reibt, Hornhaut hat Vorteile) Asics GEL-Hyperspeed 4 sind prima. Ich laufe die jetzt seit 800 km und sie scheinen unverwüstlich zu sein. Einziger Nachteil ist, das sich da gerne Steine rein schummeln die so auf der Strecke rumliegen .

Ich mache weiter. Für den Wien-Besuch nächste Woche werde ich nur die Laufschuhe im Gepäck haben, keine anderen. Mal sehen wie die Österreicher damit umgehen :) Immerhin gibt es am Flughafen dann nichts an meinen Füßen extra zu scannen, aber schauen wir mal ob man es nicht doch versucht.

Ärger mit SSDs – Badblocks und Konsorten

Da denkt man, das mit dem Einsatz von SSD das Leben im Bereich der großen schnellen Storage-Systeme ein wenig besser wird. Ja, das Zeugs hat noch seine Haken und Ösen und wird im Laufe der Zeit langsamer und verliert vielleicht auch Platz aber das es nicht einmal ein Jahr im Einsatz bereits böse verreckt, das hätte ich nicht gedacht.

Vor ca. 8 Monaten verbaute ich in einem mit geringem Schreibzugriff genutzten System eine 30 GB SSD der Firma Super Talent (STT_FTM32GX25H) als System-”Festplatte”. Darauf lief ein braves Centos bis vor einigen Tagen.

Während ich auf dem System (irrwitzigerweise zum Backup machen) eingeloggt war ging die Welt unter. Das Backup (auf ein iscsi-network device, also nicht auf die SSD) failte mit der Nicht-Lesbarkeit von Dateien. In den dmesg-Ausgaben taucht die Meldung auf, das das Root-Filesystem auf Read-Only ging und de-fakto ging die Welt der Maschine unter.

Nun gut, aktive Dienste auf ein anderes System umgeschaltet und einen Reboot inittiert der dann schon zeigte das eigentlich nichts mehr gehen wird – das Root-Filesystem konnte nicht gemounted werden. Ok, Rescue System gebootet und nachgeschaut, fsck sagt es geht nichts mehr, abgebrochen und den Datenbestand aufgegeben.

In einem Testsystem dann die SSD mal ein wenig getestet, und was durfte ich da sehen – Dinge die man eigentlich nicht glaubt, man würde davon ausgehen, das diese durch die SSD von selbst beseitigt werden.

root@sysresccd /root % badblocks -f -w /dev/sda
/dev/sda is apparently in use by the system; badblocks forced anyway.
3546048
3546049
3546050
3546051
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3546053
3546054
3546055
7562272
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7562279

Das ging dann noch einige Zeit so weiter. Spannend sind dabei die 4k Blöcke, d.h. 8×512 Bytes am Stück waren kaputt. Warum ist das so ?

Nun gut, was kaputt ist, das ist halt kaputt und man probiert damit andere Dinge. Also das gleiche Kommando noch einmal und nun kam das echte Staunen:

root@sysresccd /root % badblocks -f -w /dev/sda
/dev/sda is apparently in use by the system; badblocks forced anyway.
3969808
3969809
3969810
3969811
3969812
3969813
3969814
3969815
5012672
5012673
5012674
5012675
5012676
5012677
5012678
5012679

Mehr davon ?? Sehr spannend. Viele und vor allem: ANDERE !! Die Bad-Blocks haben also ihre Location verändert bzw. bei dem was auch immer die SSD da so veranstaltet hat sind es mehr bzw. andere geworden. Natürlich konnte ich es danach dann nicht mehr lassen:


root@sysresccd /root % badblocks -s -v -f -w /dev/sda
/dev/sda is apparently in use by the system; badblocks forced anyway.
Checking for bad blocks in read-write mode
From block 0 to 31266647
Testing with pattern 0xaa: done
Reading and comparing: done
Testing with pattern 0x55: done
Reading and comparing: 202816% done, 16:20 elapsed
202817
202818
202819
202820
202821
202822

Es wurden wieder mehr und andere. Nach einigen Läufen dann aber wiederholbar, auch nach dem Ein- und Ausschalten:


root@sysresccd /root % badblocks -s -v -f -w /dev/sda
/dev/sda is apparently in use by the system; badblocks forced anyway.
Checking for bad blocks in read-write mode
From block 0 to 31266647
Testing with pattern 0xaa: done
Reading and comparing: done
Testing with pattern 0x55: done
Reading and comparing: done
Testing with pattern 0xff: done
Reading and comparing: done
Testing with pattern 0x00: done
Reading and comparing: done
Pass completed, 0 bad blocks found.

Merke: SSDs sind anders. Das tolle ist, das es auf der OS-Seite keine Read-Errors gab, nur es gab eben andere Daten zurück als hingeschrieben wurden. Quasi-Daten-Roulette.

Wenn man nun brav hinschriebt auf so ein Device, block 1-20 und dann Block 1,2,8,9,3,4,5,6,7,11-20 in der Reihenfolge kommentarlos zurück-bekommt, manchmal zumindest, dann ist das großes Kino.

Das sind dann die Momente wo ein Mirror von zwei SSDs auch nichts hilft, dann weiß man nachher nicht einmal mehr welche der Devices kaputt ist aber ist sich total sicher, das die Daten es sind. Datenrettungsansätze kann man auch vergessen, denn bei fast allen Filesystemen steht nicht im Block welcher der Block ist.

Bei den guten alten Festplatten konnte man sich wenigstens noch drauf verlassen das nach Block 1 der Block 2 kam. Und wenn der nicht kam, dann kam er nicht und nicht was anderes.

SSDs im Server ohne Cryptografisch-gesicherte Filesysteme – nein, das macht man nicht. SSDs für Daten die es nur einmal gibt und nicht in Mehr-Generationen-Backups über lange Zeiten, nein das macht man auch nicht. Das schlimmste ist die Kommentarlosigkeit des Datenverschwindens/Tauschens. Das ist geradezu obszön gefährlich.