Wie einigen geneigten Lesern meiner Tweets auf Twitter in den letzten Tagen aufgefallen sein mag, ist unsere Espresso-Maschine zu Hause eine unrühmlichen (teilweisen) Tod gestorben. Sowas passiert – Pech gehabt. Ja, so sollte man das sehen.
Muss man aber nicht – Was geht bei unserer doch so (vielleicht zu) High-Tech Maschine – einer Primadonna von DeLonghi – kaputt ? Das Display. Ist quasi so, als ob ein Mensch verstummt – die Kiste kann noch piepen aber nicht mehr sagen ob das Wasser leer ist oder der Kaffeesatzbehälter ausgeleert werden muss oder andere wehwehchen die Primadonna quälen. Das das erst nach 11 Monaten ihrer 36 Monate Garantiezeit passiert mag Pech und Glück zugleich sein, ärgerlich ist es alle mal. Naja, die Kiste wurde nach dem (Wohl geahnt ?) Originalverpackung auf Reise zu einem mir aus der Vergangenheit mit anderen Espresso-Vollautomaten wohl bekannten Unternehmen gebracht und dann begann die quälende Leere in unserer Küche und der morgentliche Frust. Kein Espresso – doof, wenn man keinen normalen Kaffee mag und einem das Zeugs von der Tanke dann doch nicht wirklich schmeckt oder es morgens einfach zu weit dahin ist.
Nach einigen Tagen des Leidens und der Absehbarkeit der noch länger andauernden Entzugssituation kamen wir zu der Überzeugung, das es vielleicht Sinn machen könnte, sich einfach eine von den quasi überall angebotenen Pad-Kapsel-Sonstwas Maschinen zu holen und diese als Notfall-Sucht-System einzusetzen und während der Anwesenheit der Primadonna dann bis zum nächsten Problemchen ihrer Majestät im Keller aufzubewahren.
Gesagt getan – die Sonntagsöffnung im Potsdamer Sterncenter kam uns sehr gelegen – ab in den nächsten Mediamarkt. Guckt man auf die Menge der Maschinen, sucht sich eine nicht zu hässliche raus und hat mal gehört, das Nespresso wohl das noch wohlschmeckenste System sein soll schnappt man sich dann also den Verkäufer, der in der Nähe auf Kundschaft lauert und interviewt diesen dann mal. Wir erläutern unsere Situation und er fragt, was wir denn in unserer Primadonna so als Espresso verwenden. Auf unsere Äußerung, das wir nur Lavazza Espresso trinken, teilt er uns mit, das wir die ganzen Pad-Systeme einfach mal vergessen sollen, denn wenn man von einem bestimmten Espresso-Niveau kommt, dann will man sich nicht nach unten verändern auf das niedere der Pads. Wenn wir denn noch was gutes wollen, dann sollte es Nespresso sein.
Ok, dann also Nespresso – kurzes durchgucken der verfügbaren Maschinen und dann die Frage, was denn der Unterschied der 88eur zu den 139 eur maschinen mit der kleinen Differenz in der Modellbezeichnung sei. Quasi keiner heisst es dann, bis herauskommt, das die 88eur version nicht mal die Menge Wasser sich merken kann und man Tasten festhalten muß – auch doof sowas, ok also die für 139eur. Für Süchtige ist das ja dann auch mal nicht so viel Geld, das man das nicht dafür ausgeben würde. Ok, also dann brauchen wir noch von den Kapseln – ganz viele. “Tja, da sind jetzt 12 verschiedene dabei, die anderen können Sie dann bestellen im Eil-Lieferservice – am besten viele auf einmal, dann lohnt sich das auch mit den Versandkosten”. “Wie jetzt bestellen, kann man die denn nicht im Laden kaufen ?”, “Nein, die gibt es nur per Versand oder hier in Berlin im KaDeWe”. Und sollten sie von außerhalb kommen, gibt es auch Läden in Hamburg, Frankfurt oder München. ”Dann muss ich zum Espresso kaufen in das KaDeWe, das heute noch dazu zu hat ?”. “Nein, sie können das ja bestellen ist dann bestimmt auch Dienstag schon da”. Ok, so viel zu Nespresso.
Wir verliessen dann den Mediamarkt unverrichteter Dinge mit dem leisen Gefühl, das der Verkäufer ein verkappter Shop-in-Shopler von Nespresso war – auf der anderen Seite schmeckt das andere Pad-Zeugs was wir schon woanders getrunken haben wirklich nicht so richtig gut.
Nun wurde es bunt – auf der Rückfahrt nach Hause fuhren wir dann an den bei uns nächstgelegenen McDonalds ran – der hat ein McCafe und die haben bestimmt auch Espresso zu mitnehmen – weit gefehlt, Kaffee, Capuccino, Latte und all die Tunken, aber eben keinen Espresso. Tiefer frust.
Im Jahr 2005 ging uns eine unserer vorherige Espresso Maschinen, eine alte Krups (steckt Jura drin) kaputt und lagerte nach einer (teuren) Reparatur und drei-monatiger erneuter Kaputtgehsituation im Keller – funktionslos. Ok, in der Not frisst der Teufel fliegen und ich überlegte eine zweite Karriere als Reparateur von Espressomaschinen zu beginnen, zerlegte die Kiste und bekam sie auch fast wieder hin – ein irreparabeles Ersatzteil fehlte, das wird morgen geliefert und dann geht die Kiste wieder online und wir haben wieder Espresso. Für 71,25eur+versand – besser.

Die Moral von der Geschicht – Du brauchst ein Backup, immer und überall!
( Ist das schon Espresso-Sucht ? )